Was Coliving wirklich bedeutet (und was die meisten falsch verstehen)
Wenn du "Coliving" hörst, denkst du vielleicht an eine WG für Erwachsene. Ein paar Leute teilen sich eine Wohnung, jeder kocht selbst, und ab und zu trifft man sich in der Küche. So funktionieren tatsächlich viele Coliving-Angebote. Aber das ist nur die Einstiegsversion.
Echtes Coliving geht weiter. Es ist ein System, in dem Wohnen, Arbeiten, Essen und Community bewusst zusammen gedacht werden. Und der größte Unterschied, den die meisten unterschätzen: ob das Essen inklusive ist oder nicht.
Ich habe beides ausprobiert. Monatelang selbst gekocht und eingekauft, in verschiedenen Ländern. Und dann Coliving mit Vollverpflegung an der Network School. Der Unterschied ist nicht nur finanziell. Er verändert, wie du arbeitest, wie viel Energie du hast und wie viel Zeit dir tatsächlich zum Arbeiten bleibt.
In diesem Artikel rechne ich dir vor, was Coliving wirklich kostet, warum "Essen inklusive" kein Luxus ist und welches Modell für wen Sinn macht.
Was kostet Coliving? Die verschiedenen Modelle im Überblick
Coliving ist nicht gleich Coliving. Es gibt riesige Unterschiede in Preis und Leistung. Hier die gängigsten Modelle:
Modell 1: Budget-Coliving (WG-Stil)
Das klassische Modell. Du mietest ein Zimmer in einer geteilten Wohnung oder einem Coliving House. Küche und Gemeinschaftsräume teilst du mit anderen Bewohnern. Essen, Coworking und alles andere organisierst du selbst.
Typische Kosten: 400 bis 900 EUR pro Monat (je nach Stadt)
Beispiele: Viele Anbieter auf Coliving.com, lokale WG-ähnliche Setups in Lissabon, Barcelona, Berlin
Modell 2: Premium-Coliving (Hotel-Stil)
Designte Räume, oft mit Events und Community-Managern. Du bekommst ein schönes Zimmer, Gemeinschaftsräume und regelmäßige Events. Essen ist meistens nicht dabei, manchmal gibt es ein gemeinsames Frühstück.
Typische Kosten: 800 bis 2.000 EUR pro Monat
Beispiele: Outsite, Selina, Sun and Co
Modell 3: All-Inclusive Coliving (Campus-Stil)
Alles in einem Paket: Unterkunft, drei Mahlzeiten täglich, Coworking, Fitness, Events und Community. Du zahlst einen Betrag und musst dich um nichts kümmern.
Typische Kosten: 1.200 bis 3.000 EUR pro Monat
Beispiele: Network School, einige Retreat-Programme
Der entscheidende Punkt: Die Modelle sehen auf den ersten Blick sehr unterschiedlich teuer aus. Aber wenn du die versteckten Kosten einrechnest, dreht sich das Bild.
Die versteckten Kosten des DIY-Nomadenlebens
Hier wird es interessant. Denn die meisten digitalen Nomaden rechnen nur die offensichtlichen Kosten. Miete, Coworking, fertig. Aber das ist nicht mal die Hälfte.
Lass mich dir eine ehrliche Aufstellung zeigen. Basierend auf meinen eigenen Ausgaben über mehrere Monate in verschiedenen Ländern.
Monatliche Kosten: DIY vs. All-Inclusive
| Kostenposten | DIY (Südostasien) | DIY (Europa) | All-Inclusive (Network School) |
|---|---|---|---|
| Unterkunft (Zimmer/Studio) | 400-700 EUR | 800-1.500 EUR | inklusive |
| Coworking Space | 80-150 EUR | 200-400 EUR | inklusive |
| Frühstück (30 Tage) | 90-150 EUR | 150-250 EUR | inklusive |
| Mittagessen (30 Tage) | 120-200 EUR | 200-350 EUR | inklusive |
| Abendessen (30 Tage) | 150-250 EUR | 250-400 EUR | inklusive |
| Snacks, Kaffee, Wasser | 50-80 EUR | 60-120 EUR | inklusive |
| Fitnessstudio | 30-50 EUR | 40-100 EUR | inklusive |
| Internet (Backup-SIM) | 10-20 EUR | 20-40 EUR | inklusive |
| Transport | 30-60 EUR | 50-100 EUR | inklusive |
| Wäsche | 20-30 EUR | 30-50 EUR | inklusive |
| Gesamt | 980-1.690 EUR | 1.800-3.310 EUR | ~1.400 EUR (geteilt) / ~2.800 EUR (Einzel) |
Schau dir die Zahlen genau an. Selbst in Südostasien, wo alles "billig" sein soll, kommst du schnell auf 1.000 bis 1.700 EUR im Monat. Und das ohne Extras, ohne Ausflüge, ohne unerwartete Kosten.
In Europa ist es noch deutlicher. Wenn du in Lissabon, Barcelona oder Berlin als digitaler Nomade lebst, zahlst du locker 2.000 bis 3.000 EUR. Und dafür bekommst du keinen Personal Trainer, keine wöchentlichen Vorträge und keine kuratierte Community.
Die Network School mit geteiltem Zimmer für rund 1.400 EUR ist günstiger als die DIY-Variante in den meisten Ländern. Mit Einzelzimmer für 2.800 EUR liegst du im Bereich einer europäischen Großstadt, bekommst aber deutlich mehr dafür. Den vollständigen Preisvergleich mit verschiedenen Städten findest du in meinem Artikel zu den Network School Kosten.
Warum "Essen inklusive" mehr als ein Kostenfaktor ist
Jetzt denkst du vielleicht: "Okay, finanziell macht All-Inclusive Sinn. Aber ich koche gern selbst." Das verstehe ich. Ich habe auch gern selbst gekocht. Bis ich gemerkt habe, wie viel Zeit und Energie das kostet.
Der Zeitfaktor
Rechnen wir mal nach. Wenn du dreimal am Tag selbst für Essen sorgst:
- Einkaufen: 30-45 Minuten pro Tag (inklusive Weg, Auswählen, Anstehen)
- Kochen: 30-60 Minuten pro Mahlzeit (wenn du nicht nur Nudeln mit Sauce machst)
- Aufräumen: 15-20 Minuten nach jeder Mahlzeit
- Entscheidung, was du isst: 10-15 Minuten (klingt lächerlich, ist aber real)
Konservativ gerechnet verbringst du 1,5 bis 2,5 Stunden pro Tag mit Essen-Organisation. Das sind 45 bis 75 Stunden pro Monat. In Arbeitszeit umgerechnet: eine bis zwei komplette Arbeitswochen.
An der Network School gehst du zum Frühstück, Mittag- und Abendessen. Du setzt dich hin und isst. Fertig. Diese 1,5 bis 2,5 Stunden pro Tag hast du zurück. Für Arbeit, für Sport, für Gespräche. Oder einfach für Erholung.
Der Energiefaktor
Was die wenigsten bedenken: Essen-Entscheidungen kosten mentale Energie. Es gibt dieses Konzept der "Decision Fatigue", der Entscheidungsmüdigkeit. Jede kleine Entscheidung ("Was esse ich?", "Wo kaufe ich ein?", "Hab ich noch Reis?") verbraucht ein bisschen kognitive Kapazität.
Als Freelancer oder Gründer brauchst du diese Kapazität für deine Arbeit. Steve Jobs hat jeden Tag das gleiche getragen, um Entscheidungen zu sparen. Das Gleiche gilt für Essen. Wenn du dich nicht darum kümmern musst, hast du mehr Fokus für das, was zählt.
Der Ernährungsfaktor
Seien wir ehrlich: Wenn du als digitaler Nomade selbst kochst, isst du oft nicht besonders gut. Du greifst zum Einfachsten. Pad Thai vom Straßenstand, Nudeln aus dem Supermarkt, ein schnelles Sandwich. Nach ein paar Wochen merkst du es an deiner Energie.
An der Network School gibt es drei Mahlzeiten am Tag, zubereitet für die Community. Das heißt: ausgewogene Ernährung, Proteine, Gemüse, vernünftige Portionen. Nicht Gourmet-Restaurant, aber solide, gesunde Kost. In Kombination mit dem täglichen Fitnessprogramm macht das einen spürbaren Unterschied in Energie und Produktivität.
Coliving Erfahrung: Was ich gelernt habe
Ich habe verschiedene Coliving-Modelle ausprobiert. Hier ist meine ehrliche Einschätzung:
Budget-Coliving in Bali (3 Monate)
Kosten: Ca. 600 EUR Zimmer + 400 EUR Essen + 100 EUR Coworking = 1.100 EUR Pro: Günstig, flexibel, schöne Umgebung Contra: Keinerlei Struktur, ständig neue Mitbewohner, WLAN-Ausfälle, ich habe mich oft isoliert gefühlt trotz "Community" Mein Fazit: Okay für zwei bis vier Wochen. Langfristig fehlte die Substanz.
Premium-Coliving in Lissabon (2 Monate)
Kosten: Ca. 1.200 EUR Zimmer + 500 EUR Essen + 250 EUR Coworking = 1.950 EUR Pro: Schönes Design, nette Leute, regelmäßige Events Contra: Teuer für das, was du bekommst. Events waren oberflächlich. Die meisten Bewohner blieben nur 2-3 Wochen, also kein Aufbau von echten Beziehungen. Mein Fazit: Gut für eine Workation, aber nicht für länger. Das Geld-Leistungs-Verhältnis stimmt nicht ganz.
All-Inclusive an der Network School
Kosten: 1.400 EUR (geteiltes Zimmer), alles inklusive Pro: Null Organisationsaufwand. Drei Mahlzeiten, Fitness, Coworking, Vorträge, Community. Jeden Monat gibt es spannende Gast-Speaker. Die Community ist international und ambitioniert. Über 300 Leute aus 80+ Ländern. Contra: Geteiltes Zimmer ist nicht für jeden. Die Umgebung ist eher Campus als Großstadt. Wer Nachtleben sucht, ist hier falsch. Mein Fazit: Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis, das ich je bei einem Coliving gesehen habe. Für Leute, die produktiv arbeiten und gleichzeitig eine echte Community wollen, gibt es aktuell nichts Vergleichbares.
Coliving Kosten Vergleich: Die Gesamtrechnung
Lass uns die drei Modelle direkt nebeneinander stellen. Gleicher Zeitraum, drei Monate.
| Faktor | Budget-Coliving (Bali) | Premium-Coliving (Europa) | Network School |
|---|---|---|---|
| Kosten (3 Monate) | ~3.300 EUR | ~5.850 EUR | ~4.200 EUR |
| Essen inklusive? | Nein | Teilweise (Frühstück) | Ja, 3x täglich |
| Coworking inklusive? | Nein | Manchmal | Ja |
| Fitness inklusive? | Nein | Selten | Ja, mit Personal Trainer |
| Strukturiertes Programm? | Nein | Minimal | Ja (Learn, Earn, Burn) |
| Community-Qualität | Oberflaechlich | Mittel | Hoch (langfristige Bewohner) |
| Zeitaufwand für Organisation | Hoch | Mittel | Minimal |
Die Zahlen sprechen für sich. Das Budget-Coliving ist am günstigsten, aber du bekommst auch am wenigsten. Das Premium-Coliving in Europa ist am teuersten und bietet trotzdem kein Essen und keine echte Struktur. Die Network School liegt preislich in der Mitte und liefert am meisten.
Für wen lohnt sich All-Inclusive Coliving?
All-Inclusive Coliving ist nicht für jeden. Hier meine ehrliche Einschätzung:
Perfekt geeignet, wenn du:
- Freelancer oder Solopreneur bist und deine Zeit maximieren willst. Jede Stunde, die du nicht mit Einkaufen und Kochen verbringst, kannst du in dein Business stecken.
- Gerade ein Projekt launchst und minimale Ablenkung brauchst. Kein Einkaufen, kein Kochen, keine Wohnungssuche.
- Wert auf Ernährung und Fitness legst, aber keine Lust hast, beides selbst zu organisieren.
- Ein internationales Netzwerk aufbauen willst. Die Gespräche beim Essen sind oft wertvoller als jede Networking-Veranstaltung.
- Zum ersten Mal länger remote arbeitest und ein strukturiertes Umfeld brauchst, das dich auffängt.
Weniger geeignet, wenn du:
- Absolute Privatsphäre brauchst. Coliving bedeutet, Räume und Zeit mit anderen zu teilen.
- Sehr spezielle Ernährungsbedürfnisse hast (starke Allergien, sehr strikte Diäten). Die meisten Coliving-Küchen bieten Variationen an, aber nicht unbegrenzt.
- Ein großes Team vor Ort hast. Coliving ist für Einzelpersonen und kleine Teams (2-3 Personen) optimiert.
- Einfach nur günstig wohnen willst. Wenn dir Community egal ist, findest du in Südostasien billigere Optionen.
Wie du das richtige Coliving findest
Falls du jetzt über Coliving nachdenkst, hier meine Checkliste:
1. Kläre dein Budget. Rechne ehrlich: nicht nur die Coliving-Kosten, sondern alles, was du sonst selbst zahlen würdest. Oft ist das "teurere" All-Inclusive am Ende günstiger.
2. Check, was wirklich inklusive ist. "Essen inklusive" kann drei Mahlzeiten täglich bedeuten oder ein Müsliriegel zum Frühstück. Frag nach.
3. Lies Erfahrungsberichte. Nicht auf der Website des Anbieters, sondern auf unabhängigen Plattformen. Oder noch besser: frag Leute, die dort waren. Meinen eigenen Erfahrungsbericht zur Network School findest du hier.
4. Achte auf die Mindestaufenthaltsdauer. Manche Colivings bieten nur Wochen-Buchungen. Für echte Community brauchst du mindestens einen Monat, besser zwei bis drei.
5. Prüfe die Internetverbindung. Egal wie schön der Ort ist: Wenn das Internet nicht zuverlässig ist, kannst du nicht arbeiten. Und wenn du nicht arbeiten kannst, ist alles andere egal.
6. Schätz die Community ein. Wer sind die anderen Bewohner? Gibt es eine Mischung aus Freelancern, Gründern und Kreativen? Oder ist es ein Party-Hostel mit Coworking-Label? Die Community bestimmt deine Erfahrung mehr als die Ausstattung.
Absicherung für dein Coliving-Abenteuer
Ein Punkt, den viele vergessen: Wenn du länger als ein paar Wochen im Ausland lebst und arbeitest, brauchst du eine vernünftige Auslandsversicherung. Die normale Reisekrankenversicherung deckt oft nur Urlaub ab, nicht Remote Work.
Ich nutze SafetyWing. Die haben ein Modell, das speziell für digitale Nomaden gemacht ist: monatlich kündbar, weltweit gültig, und deutlich günstiger als eine klassische Auslandskrankenversicherung. Das gibt mir ein gutes Gefühl, egal ob ich in Asien, Europa oder woanders bin.
Mein Fazit: Essen inklusive ist kein Luxus
Bevor ich All-Inclusive Coliving ausprobiert habe, dachte ich: "Ich bin Erwachsener, ich kann mich selbst versorgen." Und ja, das stimmt. Aber die Frage ist nicht, ob du dich selbst versorgen kannst. Die Frage ist, ob du deine begrenzte Zeit und Energie dafür verwenden willst.
An der Network School habe ich gelernt, was passiert, wenn du diese ganzen kleinen Alltagsentscheidungen abgibst. Du hast plötzlich Stunden zurück. Stunden, in denen du arbeitest, trainierst, lernst oder einfach mit interessanten Menschen redest. Und du isst dabei besser als vorher, weil professionell gekocht wird.
Coliving mit Essen inklusive ist kein Luxus für Leute, die sich nicht selbst versorgen können. Es ist ein System, das dir erlaubt, dich auf das zu konzentrieren, was wirklich zählt: deine Arbeit, deine Gesundheit und deine Beziehungen.
Wenn du das mal ausprobieren willst, bewirb dich bei der Network School und spar 25%. Oder fang kleiner an und buch ein Coliving für einen Monat. Hauptsache, du vergleichst nicht nur den Mietpreis, sondern die Gesamtrechnung.
Denn die günstigste Option ist selten die billigste.
Einige Links in diesem Artikel sind Affiliate-Links. Dir entstehen keine Mehrkosten.
Newsletter
Erhalte wöchentlich die besten Tipps für digitale Nomaden
Kein Spam, kein Bullshit. Nur das, was wirklich hilft, wenn du ortsunabhängig arbeiten willst.
Interesse?
Bewirb dich jetzt
Bewirb dich über diesen Link und spare 25% auf deinen ersten Monat.
Jetzt bewerben. 25% Rabatt sichern