Letzten Sommer saß ich bei einem Video-Call mit dem Laptop auf dem Balkon eines kleinen Apartments direkt über der Altstadt von Split. Mein Kunde in Berlin hatte keine Ahnung, dass ich nicht im Homeoffice war, der Call lief perfekt, und das Licht über der Adria war... nun ja, besser als alles, was ein Ring Light je leisten könnte.
Kroatien war für mich lange kein ernsthafter Workation-Kandidat. Ich dachte: Touristenmagnet, teuer im Sommer, schlechtes Internet, und irgendwie "nicht das, was man als ernsthafter Remote Worker macht". Diese Einschätzung war komplett falsch.
In diesem Post erkläre ich dir alles, was du als selbstständiger Freelancer aus Deutschland wissen musst: Visa-Situation, Steuern, A1-Bescheinigung, die besten Coworking Spaces in Split und Zagreb und was dich das Ganze wirklich kostet.
Kroatien 2026: Warum es für deutsche Freelancer besser ist als viele denken
EU, Euro und Schengen seit Januar 2023 - keine Währungsumrechnung, keine Grenzformulare
Das ist der entscheidende Wendepunkt, der vielen gar nicht bewusst ist. Kroatien ist seit Januar 2023 vollständig in der Eurozone und im Schengen-Raum. Du zahlst mit Euro, du brauchst kein Bargeld vorzutauschen, und du fährst an der österreichischen Grenze einfach durch.
Klingt nach einer Kleinigkeit. Für jeden, der schon mal wochenlang mit einer Fremdwährung jongliert hat (Wise-App auf dem Handy, mentales Umrechnen beim Restaurant), ist das tatsächlich ein spürbarer Unterschied im Alltag.
Gleiche Zeitzone wie Deutschland (CET/CEST) - keine Kalender-Kompromisse mit Kunden
Kroatien liegt auf MEZ, also identisch mit Deutschland. Dein Berliner Auftraggeber ist um 10 Uhr morgens genauso erreichbar wie wenn du zu Hause wärst. Kein "Ich bin gerade in einer anderen Zeitzone", kein Kalender-Tetris.
Das unterschätzen viele, bis sie eine Workation in Asien hinter sich haben. Thailand plus sieben Stunden klingt exotisch und fühlt sich nach zwei Wochen nach permanenter Erreichbarkeits-Kompromissen an. Kroatien macht das einfach nicht zum Thema.
Direktflüge ab Frankfurt, München, Berlin, Hamburg in 1,5 bis 2,5 Stunden
Split hat einen Flughafen direkt vor der Stadt. Zagreb hat den Franjo-Tudjman-Flughafen mit guten Verbindungen nach ganz Deutschland. Du fliegst von Frankfurt in rund 1 Stunde 45 Minuten, von München in 1 Stunde 30 Minuten, von Berlin in gut 2 Stunden.
Ryanair, Eurowings und Croatia Airlines fliegen mehrmals täglich. Tickets bekommst du im Frühbucher für 50 bis 100 EUR, in der Hochsaison für 120 bis 200 EUR. Das ist günstiger als Mallorca und deutlich günstiger als die Kanarischen Inseln.
Was Kroatien von Spanien oder Portugal unterscheidet: Adriaküste und günstiger als Barcelona
Spanien ist großartig. Portugal auch. Aber beides hat sich herumgesprochen. Barcelona hat Mietpreise, die inzwischen mit München mithalten, und Lissabon ist für ein Nischenprodukt namens "günstiges Freelancer-Leben" längst nicht mehr zutreffend.
Kroatien ist noch nicht überlaufen von der digitalen Nomaden-Community. Du findest ruhige Apartments, lokale Restaurants zu vernünftigen Preisen und Coworking Spaces ohne Wartelisten. Und du hast die Adria. Das ist ein Argument, das mir Barcelona noch nie gemacht hat.
Split vs. Zagreb: Welche Stadt passt zu dir?
Split: Altstadtambiente, Adria direkt, Touristenstimmung - gut für kreative Arbeit im Mai, Juni, September
Split ist eine 2.000 Jahre alte Stadt mit einem antiken Kaiserpalast mitten im Stadtzentrum, in dem Menschen wohnen und Cafés betreiben. Das ist kein Witz. Diokletians Palast ist kein Museum, sondern gelebter Stadtraum.
Im Mai und Juni ist Split mein klarer Favorit. 22 bis 26 Grad, kaum Touristen im Vergleich zum Hochsommer, Restaurants mit freien Tischen, Apartments für 500 bis 700 EUR im Monat. Für kreative Arbeit, für Phasen, in denen Atmosphäre wichtig ist, oder für einen Tapetenwechsel mit Fokus - Split im Mai ist kaum zu schlagen.
Im August solltest du gut überlegen. Die Stadt ist dann voll, Preise steigen um 50 bis 80%, und das Arbeiten in einem Coworking mit 35 Grad draußen verliert seinen Charme schnell.
Zagreb: Hauptstadt, urbaner, ruhiger, günstiger - besser für konzentriertes Langzeit-Setup
Zagreb ist eine andere Art von Stadt. Weniger Urlaubsfeeling, mehr Großstadt. Gute Restaurants, lebhafte Café-Szene, ein solides öffentliches Nahverkehrsnetz und eine wachsende Tech-Community. Und keine Tourismushochsaison, die Preise oder Atmosphäre verändert.
Wenn du für 6 bis 12 Wochen weggehst und wirklich arbeiten willst, nicht "arbeiten-und-Urlaub-machen", dann ist Zagreb die bessere Wahl. Ruhigere Umgebung, günstigere Preise, kein Saisondruck.
Preisvergleich: Wohnen, Restaurants, Coworking - Zagreb liegt 30 bis 40% unter Split in der Saison
| Kategorie | Split (Mai/Jun) | Split (Aug) | Zagreb |
|---|---|---|---|
| 1-Zimmer Wohnung | 500-800 EUR/Monat | 900-1.400 EUR/Monat | 400-600 EUR/Monat |
| Restaurant Mittagessen | 10-14 EUR | 12-16 EUR | 8-11 EUR |
| Coworking Tagespass | 20-25 EUR | 20-25 EUR | 11-13 EUR |
| Coworking Monat | 250-350 EUR | 250-350 EUR | 121-300 EUR |
| Bier im Lokal | 3-5 EUR | 4-6 EUR | 2-3 EUR |
Wann nach Split? Mai und Juni vor dem Hochsommer-Andrang
Meine klare Empfehlung: Wenn du nach Split willst, geh im Mai oder Juni. September ist auch noch gut, aber dann laufen die Herbst-Regen an. August ist für eine echte Workation nicht ideal - zu teuer, zu voll, zu heiß. Kroatien ist kein schlechtes Sommerziel, aber Split im August ist mehr Urlaub als Workation.
Visa, Aufenthaltsrecht und was deutsche Freelancer praktisch brauchen
EU-Freizügigkeit: Als Deutscher brauchst du nichts außer Personalausweis
Als Bürger der Europäischen Union kannst du nach Kroatien einreisen und dich dort aufhalten, ohne Visum, ohne Aufenthaltsgenehmigung, ohne Voranmeldung. Ein gültiger Personalausweis reicht. Kein Reisepass nötig.
Das ist der größte Unterschied zu Nicht-EU-Zielen wie Bali oder Thailand, wo du dich mit Visa-Typen, Ankerterminen und Immigration Stamps beschäftigen musst.
Unter 90 Tagen: Keine Registrierung, kein Papierkram
Für einen Aufenthalt bis 90 Tage brauchst du in Kroatien gar nichts zu tun. Du reist ein, du arbeitest, du reist aus. Keine Meldung, keine Behördenwege, keine kroatischen Formulare.
Das deckt die typische Workation von 4 bis 8 Wochen vollständig ab.
Über 90 Tage: Prijava Boravka - die EU-Aufenthaltsanmeldung für kroatische Behörden
Wer länger als 90 Tage in Kroatien bleibt, muss sich bei der zuständigen Polizeistation oder beim Fremdenpolizeiamt (Policijska uprava) anmelden. Das nennt sich Prijava Boravka und ist vergleichbar mit der deutschen Wohnungsanmeldung.
Für die meisten Freelancer auf einer klassischen Workation ist das nicht relevant. Wenn du vorhast, ein halbes Jahr oder länger zu bleiben, dann wird es interessant - und dann lohnt sich auch ein Gespräch mit einem Steuerberater zu den Konsequenzen für deinen deutschen Steuerstatus. Mehr dazu weiter unten.
A1-Bescheinigung: Warum sie auch in EU-Ländern für Selbstständige Pflicht ist
Hier machen viele Freelancer einen Fehler. Sie denken: EU-Land, also kein bürokratischer Aufwand. Die A1-Bescheinigung fällt dabei unter den Tisch. Das ist falsch und kann bei einer Kontrolle teuer werden.
Die A1-Bescheinigung ist ein offizieller Nachweis, dass du während deines Auslandsaufenthalts in Deutschland sozialversichert bleibst. Als Selbstständiger beantragst du sie über das SV-Meldeportal. Seit Januar 2025 sind ausschließlich digitale Anträge möglich, Papierwege wurden abgeschafft.
Meine dringende Empfehlung: Beantrage die A1-Bescheinigung mindestens eine Woche vor Abreise. Die gesetzliche Frist beträgt zwar drei Werktage, aber Bearbeitungszeiten variieren. Zu spät beantragt bedeutet im schlimmsten Fall eine Ordnungswidrigkeit bei einer Kontrolle.
Als Selbstständiger mit gesetzlicher Krankenversicherung beantragst du über deine Krankenkasse, als Selbstständiger mit privater Krankenversicherung über die Deutsche Rentenversicherung. Das Formular heißt "Antrag auf Ausstellung einer Bescheinigung nach Art. 19 VO (EG) Nr. 883/2004".
Weitere Details zu den aktuellen Workation-Regeln für Freelancer findest du in meinem Post über Workation rechtlich absichern als Freelancer 2026.
Steuern bei Workation in Kroatien: Was du wissen musst
DBA Deutschland-Kroatien seit 2006: Was das Doppelbesteuerungsabkommen regelt
Deutschland und Kroatien haben seit 2006 ein Doppelbesteuerungsabkommen (DBA), das nach dem OECD-Musterabkommen aufgebaut ist. Das ist eine gute Nachricht für dich als Freelancer: Das Abkommen verhindert, dass du deine Einkünfte in beiden Ländern gleichzeitig versteuern musst.
Die Hauptregel für Selbstständige: Dein Einkommen wird dort versteuert, wo du deinen steuerlichen Mittelpunkt hast - und das ist Deutschland, solange du dort deinen Wohnsitz und Lebensmittelpunkt behältst.
Die 183-Tage-Regel: Unter 183 Tagen bleibt deutsches Steuerrecht zuständig
Solange du weniger als 183 Tage pro Kalenderjahr in Kroatien verbringst, behält Deutschland das alleinige Besteuerungsrecht auf dein Einkommen. Du gibst weiterhin nur in Deutschland deine Steuererklärung ab, zahlst nur dort Einkommensteuer, und Kroatien greift steuerlich nicht ein.
Das deckt selbst intensive Workation-Arrangements ab. 6 Monate Kroatien pro Jahr wären 183 Tage. Die meisten Freelancer-Workations liegen deutlich darunter.
Wenn du mehr über die steuerlichen Aspekte des ortsunabhängigen Arbeitens wissen willst, empfehle ich meinen ausführlichen Post zu den Steuern für digitale Nomaden aus Deutschland.
Betriebsstättenrisiko: Wann ein Coworking-Desk zur steuerlichen Betriebsstätte werden kann
Das Betriebsstättenrisiko ist das große Schreckgespenst in Workation-Diskussionen, und ich will es ehrlich einordnen: Für eine Workation von 4 bis 12 Wochen in einem Coworking Space ist das Risiko in der Praxis minimal.
Eine steuerliche Betriebsstätte entsteht, wenn du an einem Ort über einen längeren Zeitraum hinweg eine feste Geschäftseinrichtung unterhältst, von der aus du aktiv unternehmerisch tätig bist. Ein Hot Desk in einem Coworking Space, der wöchentlich wechselt, erfüllt diese Kriterien in aller Regel nicht.
Kritischer wird es, wenn du dauerhaft einen festen Desk reservierst, Kunden vor Ort triffst oder technische Infrastruktur dauerhaft dort stationierst. Für kurzfristige Workations ist das nicht das Szenario.
Kroatien in der multilateralen Workation-Rahmenvereinbarung: Was das praktisch vereinfacht
Kroatien hat die multilaterale Rahmenvereinbarung für grenzüberschreitende Telearbeit unterzeichnet, die seit Juli 2023 in Kraft ist. Das ist primär für Arbeitnehmer relevant, aber auch für Selbstständige interessant.
Die Vereinbarung ermöglicht, dass bis zu 50% der Arbeitszeit im EU-Ausland (also zum Beispiel in Kroatien) verbracht werden kann, ohne dass sich die sozialversicherungsrechtliche Zuständigkeit ändert. Deutschland bleibt dein Sozialversicherungsstandort.
Für Freelancer bedeutet das: Wenn du regelmäßig größere Teile deiner Arbeit aus Kroatien erledigst, hast du dank dieser Vereinbarung eine klarere Rechtsgrundlage dafür, dass Deutschland zuständig bleibt. Die genauen Details findest du in meinem Post zu den aktuellen Workation-Regelungen 2026.
Workation-Kosten als Betriebsausgabe: Was absetzbar ist
Wenn deine Kroatien-Reise beruflich veranlasst ist, also du nicht primär Urlaub machst, sondern ortsunabhängig für Kunden arbeitest, sind die Kosten anteilig als Betriebsausgabe absetzbar.
Das umfasst Flugtickets, Unterkunft und Coworking-Gebühren. Der Knackpunkt ist das Verhältnis: Bei einem Aufenthalt, der zu 100% aus Arbeit besteht, kannst du auch 100% absetzen. Bei einer Mischung aus Urlaub und Arbeit musst du aufteilen. Dokumentation ist entscheidend - führe eine einfache Übersicht, wann du gearbeitet hast und wann nicht.
Die besten Coworking Spaces in Split und Zagreb
Split - scaleup Office: Größter Space der Stadt nahe der Altstadt
Das scaleup Office ist mit 800 Quadratmetern der größte Coworking Space in Split. Die Lage ist gut, nah an der Altstadt und trotzdem ruhig genug, um konzentriert zu arbeiten. Tagespass liegt bei rund 25 EUR, Monatsmitgliedschaft bei rund 300 EUR. Sie bieten auch Private Offices ab 375 EUR pro Desk an, falls du mehr Privatsphäre brauchst.
Gut für: Freelancer, die einen professionellen Setup wollen und nicht jeden Tag im selben Café sitzen möchten.
Split - The Works: 24/7-Zugang direkt an der Adriaküste
The Works ist der einzige Coworking Space in Split mit echtem 24/7-Zugang. Wenn du Nachtarbeiter bist oder Kunden in einer anderen Zeitzone hast, ist das ein konkretes Argument. Sie positionieren sich als Business Center mit Event Space, das Netzwerken wird aktiv gefördert. Preise gibt es auf der Website unter theworks.rocks, direkte Anfrage ist empfehlenswert.
Gut für: Freelancer mit flexiblen Arbeitszeiten oder Interesse an Events und Networking.
Split - TinkTank Coworking: Community-Fokus mit 1-Gbit-Glasfaser
TinkTank ist ein kleinerer Space mit 14 Desks, der bewusst auf Community setzt. 1-Gbit-Glasfaser ist die beworbene Besonderheit - für Video-Calls und große Datei-Uploads relevant. Kostenloses Kaffeeangebot, Meeting Room mit Beamer, kostenlose Parkplätze auf dem Gelände.
TinkTank zieht viele internationale Freelancer aus IT, Finanzen und Bildung an. Wenn du Networking in einem kleineren Rahmen schätzt, ist das ein guter Anlaufpunkt.
Gut für: IT-Freelancer, die Community und schnelles Internet über Platz und Anonymität stellen.
Zagreb - Impact Hub Zagreb: Startup-Community und regelmäßige Events
Impact Hub ist eine globale Marke, und der Zagreber Hub hält, was der Name verspricht. Startup-Fokus, regelmäßige Events, Mentoring und Business-Support. Gut vernetzt mit der kroatischen Tech-Szene.
Tagespass um die 12 EUR, Monatsmitgliedschaft je nach Desk-Typ zwischen 150 und 250 EUR. Für Freelancer, die beim Networking in einer aktiven Community nützlich sind, ist Impact Hub Zagreb die erste Wahl.
Zagreb - Spaceworks: Ab 121 EUR pro Monat - Preis-Leistungs-Champion Europas
Spaceworks ist günstig, gut ausgestattet und kaum zu schlagen für Freelancer mit langem Zeithorizont. Ab 121 EUR pro Monat für eine vollausgestattete Workstation. Das ist einer der niedrigsten Preise für vollwertige Coworking-Infrastruktur in ganz Europa.
Wenn du für 2 bis 3 Monate in Zagreb bist und Budget-Effizienz wichtig ist: Das ist dein Space.
| Space | Ort | Tagespass | Monatlich | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| scaleup Office | Split | ~25 EUR | ~300 EUR | Größter Space, 800 qm, nahe Altstadt |
| The Works | Split | auf Anfrage | auf Anfrage | 24/7-Zugang, Event Space |
| TinkTank | Split | auf Anfrage | günstig | 1 Gbit, 14 Desks, Community |
| Impact Hub | Zagreb | ~12 EUR | 150-250 EUR | Startup-Community, Events |
| Spaceworks | Zagreb | ~11 EUR | ab 121 EUR | Günstigster vollausgestatteter Space |
Für mehr Tipps zur Auswahl von Coliving- und Coworking-Setups im Ausland habe ich einen ausführlicheren Leitfaden: Coliving finden: Guide 2026.
Was kostet eine Workation in Kroatien wirklich?
Split Wohnung (Mai/Juni): 500 bis 800 EUR pro Monat
Im Mai und Juni findest du in Split gut möblierte Wohnungen für 500 bis 800 EUR im Monat. Im Stadtzentrum nahe der Altstadt eher 700 bis 800 EUR, in Stadtteilen wie Žnjan oder Trstenik auch für 500 bis 600 EUR mit Meerblick.
Warnung für August: Die gleiche Wohnung kostet dann 900 bis 1.400 EUR. Das verdoppelt dein Wohnungsbudget, ohne dass sich irgendwas an der Wohnung selbst ändert.
Zagreb Wohnung: 400 bis 600 EUR pro Monat ganzjährig stabil
Zagreb hat keine Touristenhochsaison, die die Mietpreise treibt. Eine gut gelegene 1-Zimmer-Wohnung kostet das ganze Jahr zwischen 400 und 600 EUR. Das ist planbar und deutlich einfacher zu budgetieren.
Realistisches Gesamtbudget: 1.100 bis 1.600 EUR pro Monat in Zagreb
| Position | Zagreb (mittlerer Standard) |
|---|---|
| Wohnung (1 Zimmer) | 450-550 EUR |
| Coworking (Monat) | 121-200 EUR |
| Lebensmittel + Restaurants | 350-450 EUR |
| Transport (ÖPNV + gelegentlich Taxi) | 50-80 EUR |
| Freizeit, Cafés, Diverses | 100-150 EUR |
| Gesamt | 1.071-1.430 EUR |
Zum Vergleich: Für dasselbe Geld bekommst du in München eine WG-Zimmer-Miete von 700 bis 900 EUR allein. Essen, Coworking und Freizeit on top bringt dich in München auf 2.200 bis 2.800 EUR Mindestbudget.
In Zagreb lebst du für rund 1.100 bis 1.500 EUR pro Monat auf einem Niveau, das in Deutschland locker 2.500 EUR kosten würde.
Krankenversicherung: Was gilt, wenn du länger als einige Wochen weg bist
Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) deckt dich in EU-Ländern über die europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) ab. Für echte Notfälle und Krankenhausbesuche ist das ausreichend.
Für Behandlungen beim lokalen Arzt, die nicht als Notfall gelten, oder wenn du GKV-Kündigungsszenarien hast (weil du zum Beispiel ausgewandert bist), empfehle ich einen Blick auf SafetyWing Nomad Insurance. Die Police kostet rund 56 USD pro Monat und deckt dich weltweit inkl. EU ab. Besonders relevant, wenn dein GKV-Status durch längere Auslandsaufenthalte unklar wird.
Internet, SIM und Infrastruktur in der Praxis
5G in Split und Zagreb: Was Coworking Spaces versprechen
Beide Städte haben solide Internetabdeckung. Die Coworking Spaces (besonders TinkTank mit 1 Gbit und scaleup Office in Split) liefern für professionelle Arbeit ausreichend Bandbreite. Ich hatte in Split keinerlei Verbindungsprobleme für Video-Calls, größere Git-Pushes oder Cloud-Backups.
Zagreb hat eine zuverlässig gute Infrastruktur, da es eine aktive Tech-Szene gibt, die auf echte Bandbreite angewiesen ist.
eSIM oder kroatische SIM: Was für einen Aufenthalt von 4 bis 8 Wochen sinnvoll ist
Für einen Aufenthalt bis 4 Wochen ist eine eSIM die praktischste Lösung. Kein Schlange stehen im kroatischen Telekom-Shop, sofortige Aktivierung nach der Landung, unbegrenzte Daten für typische Workation-Nutzung.
Holafly bietet Kroatien-eSIMs ab rund 21 EUR für 5 Tage bis 30 EUR für 7 Tage mit unbegrenztem Datenvolumen. Das Netz läuft über A1 Hrvatska, Croatian Telecom und Telemach. Für 4 Wochen schau dir längere Tarife an - ab einem Monat Aufenthalt wird eine lokale SIM-Karte günstiger.
Bei einem Aufenthalt über 4 Wochen lohnt eine kroatische SIM von A1, Hrvatski Telekom oder Telemach. Im Shop vor Ort gibt es mit Personalausweis unbegrenzte Datentarife für 10 bis 20 EUR pro Monat.
Für internationale Überweisungen oder wenn du noch Rechnungen in EUR erhältst und einen Teil deines Budgets aus dem Ausland bewegst, nutze ich Wise. Die Gebühren sind deutlich niedriger als bei klassischen Banken - gerade wenn du aus Deutschland überweist und vor Ort mit EUR zahlst, aber manchmal kleinere HRK-Altbestände umtauchst, spart Wise spürbar.
Was ich am meisten unterschätzt habe bei meiner Kroatien-Workation
Ehrlichkeit: Ich hatte die Hitze im August unterschätzt. Split im August ist für Touristen schön, für Freelancer, die 6 bis 8 Stunden am Bildschirm sitzen wollen, anstrengend. Klimaanlage ist kein Luxus, sondern Pflicht. Prüf das vor der Buchung.
Das andere, was mich positiv überraschte: Die lokale Gemeinschaft. Split hat eine wachsende Tech- und Remote-Work-Szene, besonders rund um die Coworking Spaces. Ich habe dort Leute getroffen, die ganz ähnliche Setups fahren wie ich, und das hat schnell zu echtem Austausch geführt.
Network School und Kroatien: Mehr als Zufall
An der Network School bin ich auf Residents gestoßen, die Split als ihren Sommer-Homebase entdeckt haben - bevor sie für den Rest des Jahres nach Singapur oder Malaysia gezogen sind. Kroatien als europäische Basis vor einem NS-Aufenthalt macht erstaunlich viel Sinn.
Der Ablauf, den ich von mehreren NS-Leuten gehört habe: 2 bis 3 Monate Sommer in Split oder Zagreb, dann Herbst und Winter an einem NS-Standort in Asien. Das ist kein Widerspruch, das ist ein gut durchdachtes Jahreskonzept.
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Fazit: Kroatien ist der unterschätzte Workation-Spot für deutsche Freelancer
Kroatien ist EU, Euro, Schengen und liegt mit dem Flieger näher als Portugal. Gleiche Zeitzone wie Deutschland, kein Visa-Stress, klare Steuerregeln dank DBA seit 2006.
Split im Mai oder Juni ist mein persönlicher Favorit für eine kurze Workation mit Atmosphäre. Zagreb ist das ruhigere, günstigere und ganzjährig stabile Setup für alle, die länger bleiben oder fokussiert arbeiten wollen.
Was du konkret vorbereiten musst:
- A1-Bescheinigung mindestens eine Woche vor Abreise digital beantragen (sv-meldeportal.de)
- Aufenthalt unter 183 Tagen halten, dann bleibt Deutschland steuerlich zuständig
- Coworking Space buchen, nicht hoffen, dass das Airbnb-WLAN reicht
- eSIM für die ersten Wochen, dann lokale SIM prüfen
Wenn du das erste Mal ortsunabhängig arbeitest, lies dazu auch meinen Überblick über die aktuellen Workation-Regeln 2026 für Freelancer. Da steckt der gesamte juristische Rahmen drin.
Kroatien wartet. Und das Licht über der Adria ist wirklich besser als jedes Ring Light.
Einige Links sind Affiliate-Links. Dir entstehen keine Mehrkosten.
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Kein Spam, kein Bullshit. Nur das, was wirklich hilft, wenn du ortsunabhängig arbeiten willst.
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