Drei Wochen vor dem 31. Juli und mein Postfach ist voll mit Variationen derselben Frage: Brauch ich einen Steuerberater oder mache ich das selbst? Die kurze Antwort ist: es kommt drauf an. Die ehrliche Antwort ist: du musst diese Entscheidung jetzt treffen, nicht in zwei Wochen. Denn die Alternative, es bis zum letzten Tag aufzuschieben, hat handfeste Konsequenzen.
Ich bin seit ein paar Jahren selbstständig als UX-Designer und Vibe-Code-Freelancer. Ich habe beide Wege ausprobiert: selbst machen mit ELSTER, dann mit Steuersoftware, und seit ein paar Jahren mit einem Steuerberater. Was ich gelernt habe, schreibe ich hier auf.
Der 31. Juli rückt näher - warum du jetzt eine Entscheidung treffen musst
Die meisten Freelancer schleppen diese Entscheidung vor sich her. "Mache ich irgendwann." Bis Juli plötzlich da ist. Also lass uns klar reden.
Ohne Steuerberater: Steuererklärung 2025 muss bis 31. Juli 2026 eingereicht sein
Wer als Freiberufler oder Selbstständiger zur Abgabe verpflichtet ist - und das sind die meisten von uns - muss die Steuererklärung für das Jahr 2025 bis zum 31. Juli 2026 beim Finanzamt einreichen. Das ist in 18 Tagen. Keine Schonfrist, keine automatische Verlängerung. Wer die Frist verpasst, riskiert einen Verspätungszuschlag von 0,25% der festgesetzten Steuer, mindestens 25 Euro pro angefangenem Monat.
Details zur Frist und zu den Konsequenzen bei Verspätung habe ich in meinem Beitrag zur Abgabefrist für die Steuererklärung 2025 zusammengefasst.
Mit Steuerberater: Frist automatisch bis Ende Februar 2027 verlängert
Wer die Steuererklärung von einem Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein erstellen lässt, profitiert nach § 149 Abs. 3 AO von einer automatischen Fristverlängerung. Für die Steuererklärung 2025 gilt dann nicht der 31. Juli 2026, sondern der 28. Februar 2027. Da dieser auf einen Sonntag fällt, verschiebt sich die Frist auf den 1. März 2027. Kein Antrag nötig, kein Brief ans Finanzamt, nichts. Du musst einfach einen Steuerberater beauftragt haben.
Das klingt komfortabler, als es in der Praxis oft ist.
Die unbequeme Wahrheit: Gute Steuerberater haben jetzt meist keine freien Kapazitäten mehr
Hier ist das Problem: Steuerberater haben ihre eigenen Deadlines. Die meisten Kanzleien haben in der Zeit von April bis Juli bereits alle Mandate für das laufende Jahr bearbeitet oder in der Pipeline. Wer jetzt - im Juli 2026 - bei einer gut laufenden Kanzlei anruft und sagt "ich brauche einen Steuerberater für meine 2025er Erklärung", hört meistens: "Wir nehmen keine neuen Mandate mehr für dieses Jahr an."
Das ist keine Ausnahme, das ist die Regel. Die Steuerberaterkammern in Bayern und Niedersachsen führen sogar explizite Kontaktlisten mit Kanzleien, die noch freie Kapazitäten haben - weil es so schwer ist, einfach jemanden zu finden, der noch annimmt.
Was das für dich bedeutet: Entscheidung jetzt
Du hast zwei realistische Optionen:
Option A: Du machst die Erklärung 2025 selbst und reichst sie bis 31. Juli 2026 ein. Mit Vorbereitung und guter Software ist das machbar, wenn deine Situation nicht zu komplex ist.
Option B: Du suchst jetzt aktiv einen Steuerberater, der noch Kapazität hat, beauftragst ihn sofort und profitierst von der verlängerten Frist bis März 2027. Die Erklärung wird dann erst in einigen Monaten fertig, aber das ist in Ordnung.
Option C gibt es nicht: "Ich warte noch ein bisschen" endet in der Regel mit Option A unter Zeitdruck - oder mit einem Verspätungszuschlag.
Was ein Steuerberater für Freelancer tatsächlich kostet
Die häufigste Fehlannahme: Steuerberater sind teuer. Die Realität ist differenzierter.
EÜR und Einkommensteuererklärung: Der Standard-Fall für Freiberufler liegt bei 300 bis 800 EUR netto
Als Freiberufler (also Arzt, Architekt, Designer, Programmierer, Journalist) bist du nicht gewerbesteuerpflichtig und musst keine Bilanz erstellen. Du machst eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) - das ist deutlich einfacher als ein vollständiger Jahresabschluss. Für eine typische Freelancer-Situation bedeutet das:
- EÜR-Erstellung: 150 bis 400 EUR netto
- Einkommensteuererklärung: 150 bis 400 EUR netto
- Zusammen: 300 bis 800 EUR netto für einen Standard-Fall
Das variiert natürlich nach Umsatz, Anzahl der Belege und Kanzlei. In München oder Frankfurt zahlst du mehr als in einer mittleren Stadt. Aber das sind die realistischen Größenordnungen für einen einfachen Freiberufler.
Wenn du USt-pflichtig bist: Umsatzsteuerjahreserklärung und Voranmeldungen kommen oben drauf
Bist du umsatzsteuerpflichtig (also über der Kleinunternehmergrenze), kommen weitere Positionen hinzu:
- Umsatzsteuerjahreserklärung: 100 bis 250 EUR netto
- Monatliche oder quartalsweise Umsatzsteuer-Voranmeldungen: 30 bis 100 EUR pro Anmeldung
Wer quartalsweise voranmeldet (vier Voranmeldungen pro Jahr), kommt für die UStVA auf 120 bis 400 EUR zusätzlich pro Jahr. Alles zusammen also realistisch 400 bis 1.200 EUR netto für eine vollständige Betreuung als umsatzsteuerpflichtiger Freiberufler. Mehr zum Thema Voranmeldungen findest du in meinem Beitrag zur Umsatzsteuervoranmeldung für Freelancer.
Komplexere Situationen: GmbH-Anteile, internationale Kunden, Wegzug
Sobald du GmbH-Anteile hast, mehrere Einkunftsarten zusammenkommen, international tätig bist oder über Auswandern nachdenkst, wird es teurer. 1.500 bis 5.000 EUR im Jahr sind dann realistisch. Bei Wegzugsteuer-Themen (§ 6 AStG) oder Betriebsstättenfragen können es auch deutlich mehr sein.
Der entscheidende Punkt: Steuerberaterkosten sind vollständig als Betriebsausgabe absetzbar
Für Freelancer gilt: Die betrieblichen Anteile der Steuerberaterkosten sind Betriebsausgaben. Das heißt, wenn du 600 EUR für EÜR und ESt-Erklärung zahlst, reduziert das deinen steuerpflichtigen Gewinn um 600 EUR. Bei einem Grenzsteuersatz von 35% kostet dich der Steuerberater real nur rund 390 EUR.
Wichtige Einschränkung: Der private Teil - also was auf die rein private Einkommensteuererklärung entfällt, wenn du auch private Einkünfte hast - ist seit 2006 nicht mehr als Sonderausgabe absetzbar. Als Freiberufler, dessen Erklärung fast komplett betrieblich ist, fällt das aber kaum ins Gewicht.
Jahresrechnung statt Schock-Honorar: Was du beim Erstgespräch klären solltest
Viele Kanzleien fakturieren nach Abschluss der Erklärung - und dann ist der Betrag manchmal höher als erwartet. Das liegt daran, dass die Abrechnung nach der StBVV (Steuerberatervergütungsverordnung) erfolgt, die sich am Gegenstandswert orientiert. Mein Tipp: Frag beim Erstgespräch explizit nach einem Honorarrahmen oder einer Fixpreisvereinbarung. Viele moderne Kanzleien und digitale Steuerberater bieten das inzwischen an.
Wann der Steuerberater die Kosten definitiv zurückspielt
Die Faustregel: Ab 40.000 EUR Jahreseinkommen lohnt er sich fast immer
Bei niedrigen Einkommen ist die absolute Steuerersparnis begrenzt - weil auch die Steuerlast begrenzt ist. Ab etwa 40.000 EUR Jahresgewinn bewegt sich dein Grenzsteuersatz in einem Bereich, wo jede zusätzlich gefundene Betriebsausgabe wirklich etwas bringt. Ein Steuerberater, der 600 EUR kostet und dir 2.000 EUR zusätzliche Betriebsausgaben findet, hat sich mit einem Mal gelohnt.
Was ein erfahrener Steuerberater findet, was du selbst übersiehst
In meiner Erfahrung - und das bestätigen andere Freelancer, mit denen ich gesprochen habe - finden Steuerberater systematisch Betriebsausgaben, die selbst machende Freelancer einfach vergessen oder nicht kennen:
- Anteilige Kfz-Nutzung und Fahrtenbuch-Optimierung
- Homeoffice-Kosten richtig abgesetzt (Pauschale vs. anteilige Miete)
- Fortbildungskosten, die man nicht als Betriebsausgabe eingestuft hätte
- Investitionsabzugsbetrag (IAB) für geplante Anschaffungen
- Reisekosten und Verpflegungspauschalen korrekt berechnet
Was du genau alles absetzen kannst, erklärt mein Beitrag zu Betriebsausgaben für Freelancer 2026 detailliert.
Zeitwert ehrlich rechnen: 20 bis 30 Stunden selbst machen vs. Honorar
Steuererklärung selbst machen klingt kostenlos. Ist es aber nicht. Wer die Stunden ehrlich zählt - Belege sortieren, EÜR vorbereiten, ELSTER-Formular befüllen, Belegfragen klären, prüfen ob alles stimmt - kommt schnell auf 20 bis 30 Stunden. Als Freelancer mit einem Stundensatz von 75 EUR sind das 1.500 bis 2.250 EUR an Opportunitätskosten. Gegen ein Honorar von 500 bis 700 EUR.
Ich sage nicht, dass du das immer so rechnen musst. Aber es ist eine relevante Zahl.
Komplexe Situationen, bei denen selbst machen zum echten Risiko wird
Es gibt Situationen, wo ich aktiv davon abraten würde, ohne Steuerberater auszukommen:
- Internationale Einkünfte: Kunden im Ausland, Arbeit aus dem Ausland heraus, Doppelbesteuerungsabkommen
- Gemischte Einkünfte: Angestelltenverhältnis plus Selbstständigkeit, Kapitaleinkünfte, Mieteinnahmen
- Wegzug aus Deutschland: Die Entstrickungssteuer nach §6 AStG ist ein Thema, bei dem ein Fehler richtig teuer werden kann
- Betriebsprüfung: Falls das Finanzamt mal genauer hinschaut, willst du jemanden haben, der kommuniziert
Fristverlängerung als unterschätzter Vorteil: Warum mehr Zeit manchmal mehr Geld bedeutet
Der Vorteil "mehr Zeit bis März 2027" klingt erstmal nach Bequemlichkeit. Er hat aber auch einen praktischen Effekt: Du hast mehr Zeit, Belege zu sammeln, Ausgaben zuzuordnen und Sachverhalte richtig darzustellen. Gerade wenn du in der zweiten Jahreshälfte 2025 noch größere Anschaffungen gemacht hast oder Unklarheiten über die Zuordnung bestimmter Kosten bestehen, kann diese Zeit einen Unterschied machen.
Wann du als Freelancer gut ohne Steuerberater auskommst
Nicht jeder braucht einen Steuerberater. Das wäre auch unrealistisch zu behaupten.
Einfache Struktur: Ein Konto, ein Einkommensstrom, keine Immobilien, kein Auslandsbezug
Wenn deine Situation überschaubar ist - ein Geschäftskonto, alle Einnahmen aus freiberuflicher Tätigkeit in Deutschland, keine Kapitalerträge, keine Immobilien, kein Ausland - dann ist die Steuererklärung deutlich handhabbarer. ELSTER oder eine gute Steuersoftware reichen oft aus.
Kleinunternehmerregelung: Keine Umsatzsteuer = weniger Komplexität
Die Kleinunternehmerregelung ist oft unterschätzt. Wer darunter fällt, muss keine Umsatzsteuer-Voranmeldungen abgeben, keine Jahres-UStVA erstellen und hat insgesamt weniger Formalkram. Die Steuererklärung reduziert sich auf EÜR plus Einkommensteuer - das ist machbar.
Unter 30.000 EUR: Wenn Steuersparoptimierung weniger Impact hat
Bei einem Jahresgewinn unter 30.000 EUR bewegt sich die Einkommensteuer in einem Bereich, wo der absolute Steuereffekt jeder zusätzlichen Betriebsausgabe begrenzt ist. Ein Steuerberater für 500 EUR, der dir 500 EUR Steuer spart, ist kein besonders gutes Geschäft - außer er nimmt dir den Aufwand komplett ab, was du für dich selbst bewerten musst.
Steuersoftware als Mittelweg: Was ELSTER, Taxfix und wundertax können
ELSTER: Kostenlos, offiziell, aber komplizierter als nötig für einfache Fälle
ELSTER ist die offizielle Lösung des Finanzamts. Kostenlos, direkt ans Finanzamt angebunden, rechtlich auf der sicheren Seite. Der Haken: Die Oberfläche ist für Laien nicht intuitiv. Wenn du weißt, was du tust, funktioniert ELSTER gut. Als Erstnutzer ist die Lernkurve steil.
Taxfix, wundertax, Steuerbot: Guided-Workflow für Freelancer ohne Vorwissen
Guided-Workflow-Apps führen dich durch die Steuererklärung wie ein Quiz. Wichtig für Freelancer: Nicht alle diese Apps unterstützen die EÜR.
- Taxfix (ab 49,99 EUR): Primär für Angestellte optimiert. Für Selbstständige mit komplexerer Situation ungeeignet.
- wundertax (ab 34,99 EUR): Unterstützt Kleinunternehmer und einfache Selbstständige. Für einen Standard-Freiberufler ohne viele Besonderheiten eine Option.
- Steuerbot: Für Selbstständige nicht geeignet.
- WISO Steuer (ca. 39,99 EUR): Vollständige EÜR-Unterstützung, für Selbstständige geeignet. Empfehlung für den Mittelweg.
- Accountable: App-basiert, speziell für Selbstständige entwickelt, unterstützt EÜR und UStVA.
Wo die Software an ihre Grenzen stößt: Betriebsstätten, internationale Sachverhalte, GmbH
Steuersoftware ist gut für Standardfälle. Sobald du Fragen hast wie "Ist mein Coworking-Aufenthalt in Portugal ein steuerlich relevanter Sachverhalt?" oder "Wie behandle ich Einnahmen von einem US-amerikanischen Kunden?" - dann hilft dir keine App mehr weiter. Das sind Fragen, die menschliches Urteil brauchen.
Buchhaltungssoftware und Steuerberater kombinieren: Warum DATEV-Export alles einfacher macht
Das Kombinations-Setup, das ich empfehle: Eine eigene Buchhaltungssoftware für die laufende Buchführung - und dann einen Steuerberater für den Jahresabschluss. Der Trick liegt im DATEV-Export: DATEV ist das Standard-System der deutschen Steuerberater. Wenn du deine Buchhaltungssoftware so wählst, dass sie einen DATEV-kompatiblen Export bietet, reduzierst du den manuellen Aufwand für den Steuerberater erheblich - und damit auch sein Honorar.
Tools wie sevDesk oder Lexoffice bieten diesen DATEV-Export direkt in der Software an. In meinem Vergleich zur Buchhaltungssoftware für Freelancer 2026 gehe ich auf die einzelnen Anbieter ein.
Wie du jetzt noch einen guten Steuerberater findest
Wenn du dich für Option B entscheidest - Steuerberater beauftragen, verlängerte Frist nutzen - dann musst du jetzt schnell handeln.
DATEV-Locator und steuerberater.de: Die offiziellen Suchwege im Netz
Die zwei besten Anlaufstellen:
- DATEV SmartExperts (datev.de): Kanzleidatenbank von DATEV, ca. 7.500 gelistete Steuerberater deutschlandweit
- steuerberater.de: Unabhängiges Verzeichnis mit über 31.000 Einträgen, mit Filteroptionen nach Spezialisierung und Region
- Steuerberaterkammern: Viele Landessteuerberaterkammern (München, Stuttgart, NRW) führen aktuelle Listen mit Kanzleien, die noch neue Mandate annehmen
Mein Tipp: Kontaktiere nicht eine Kanzlei, sondern drei oder vier parallel. Die Antwortzeiten variieren stark.
Was du beim ersten Gespräch klären solltest: Honorarrahmen, Buchhaltungsformat, Reaktionszeiten
Beim Erstgespräch - das ist meist kostenfrei - würde ich folgende Fragen stellen:
- "Welchen Honorarrahmen schätzen Sie für meine Situation?" (EÜR, ESt, ggf. USt)
- "Welches Buchhaltungsformat bevorzugen Sie von Mandanten - DATEV-Export oder Belege?"
- "Wie sind Ihre Reaktionszeiten bei Rückfragen?"
- "Gibt es eine Fixpreisvereinbarung oder rechnen Sie nach StBVV ab?"
Die Antworten geben dir einen guten Eindruck davon, ob die Kanzlei zu dir passt.
Worauf du bei Bewertungen achtest - und was Bewertungsplattformen nicht zeigen
Google-Rezensionen und Portalbewertungen sagen wenig über steuerliche Qualität aus. Was sie dir sagen können: Reaktionsfreudigkeit, Freundlichkeit, Erreichbarkeit. Was sie dir nicht sagen: Ob der Steuerberater wirklich alle Abzugsmöglichkeiten ausschöpft. Dafür brauchst du entweder Empfehlungen aus deinem Netzwerk oder ein direktes Gespräch.
Die ehrliche Einschätzung: Ende Juli ist es oft zu spät - was dann?
Falls du jetzt niemanden findest, der die 2025er Erklärung noch übernimmt: Mach sie selbst bis 31. Juli. Nutze WISO Steuer oder Accountable, bereite die Unterlagen so gut vor wie möglich, und beauftrage ab August oder September einen Steuerberater für die kommenden Jahre. Dann bist du für 2026 und danach gut aufgestellt - und kannst die verlängerte Frist in Zukunft entspannt nutzen.
Ich habe mein erstes Jahr auch selbst gemacht. Es war kein Desaster. Aber ich habe vermutlich Geld liegen lassen.
Mein Setup: Was ich selbst mache und was ich abgebe
Was ich in meiner Buchhaltungssoftware vorbereite vs. was der Steuerberater übernimmt
Mein Workflow sieht so aus: Ich buche das ganze Jahr über alle Einnahmen und Ausgaben in sevDesk. Belege scanne ich direkt in der App. Am Jahresende exportiere ich die Daten im DATEV-Format und schicke sie an meine Steuerberaterin. Sie übernimmt EÜR, Einkommensteuererklärung und Umsatzsteuerjahreserklärung. Ich beantworte ihre Rückfragen und unterschreibe am Ende.
Zeitaufwand meinerseits: etwa vier bis sechs Stunden im Jahr, wenn ich das ganze Jahr sauber gebucht habe. Der Rest ist Delegation.
Warum ich auch mit Steuerberater eine eigene Buchhaltungssoftware nutze
Manche denken: "Wenn der Steuerberater das macht, brauche ich keine eigene Software." Das stimmt nicht. Erstens will ich immer wissen, wie meine Zahlen gerade aussehen - aktueller Gewinn, offene Rechnungen, Steuerrücklagen. Zweitens sind gut vorbereitete Daten das Argument für ein niedrigeres Steuerberater-Honorar. Drittens: Falls ich mal den Steuerberater wechsle, habe ich meine Daten immer lokal.
Die Vorbereitung im eigenen Tool, den Abschluss beim Profi - das ist ein Setup, das aus meiner Sicht fast immer besser ist als beides zu mischen.
Das Übergabeformat: DATEV-Export ist das was Steuerberater bevorzugen
Fast alle deutschen Steuerberater arbeiten mit DATEV. Wenn du deiner Steuerberaterin strukturierte Daten im DATEV-Format lieferst statt eines Schuhkartons mit Belegen, reduziert das ihren Aufwand deutlich. Und damit oft auch das Honorar. Es ist also ein beiderseitiger Vorteil.
An der Network School habe ich von Gründern und Solo-Operatoren gelernt, dass die besten klare Entscheidungen treffen: Sie wissen, was sie selbst können, und entscheiden bewusst, was sie abgeben. Steuern sind dafür ein guter Testfall. Die meisten Menschen, die ich dort kennengelernt habe, machen das ähnlich: Buchhaltung selbst im Griff, Jahresabschluss delegiert.
Fazit: Die Entscheidung hängt an zwei Faktoren
Faktor 1: Wie komplex ist deine Situation? Einfache Freiberufler-Struktur, ein Einkommensstrom, Deutschland-only: Du kannst es selbst machen oder mit guter Software erledigen. Komplexe Situation, höheres Einkommen, Auslandsbezug, GmbH-Anteile: Steuerberater ist keine Frage des ob, sondern des wie schnell du einen findest.
Faktor 2: Hast du noch Zeit bis zum 31. Juli? Ja und einfache Situation: Selbst machen. Nein oder zu wenig Zeit: Steuerberater suchen, verlängerte Frist nutzen, Steuererklärung 2025 in Ruhe erledigen.
Was du auf keinen Fall tun solltest: gar nichts machen. Das Finanzamt schickt Erinnerungen, dann Schätzungsbescheide, dann Verspätungszuschläge. Die Geschichte endet selten gut.
Wenn du noch nicht weißt, wie du deine Steuererklärung 2025 vorbereiten sollst, schau dir meinen Leitfaden zur Steuererklärung für Freelancer vorbereiten an - dort gehe ich Schritt für Schritt durch, welche Unterlagen du brauchst.
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