Irgendwann im dritten Monat nach meiner Selbstständigkeit habe ich aufgehört, meine Rechnungen in einem Google-Doc zu schreiben. Nicht weil ich es nicht mehr konnte - sondern weil ich gemerkt habe, dass mein Steuerberater mich jedes Quartal fragend ansah. "Und wo sind die Buchungen dazu?" Ich hatte keine Ahnung.
Das ist der Moment, in dem die meisten Freelancer anfangen, nach Buchhaltungssoftware zu suchen. Und dann stehen sie vor drei, vier Optionen, die alle irgendwie ähnlich klingen und sich in den Details erheblich unterscheiden. Dieser Artikel ist kein Anfänger-Intro. Hier geht es darum, welche Software du 2026 wirklich brauchst - und warum die E-Rechnungspflicht die Entscheidung für viele bereits getroffen hat.
Welche Buchhaltungssoftware brauche ich als Freiberufler 2026 wirklich?
Zuerst ein paar ehrliche Worte darüber, was du eigentlich brauchst - bevor wir Tools vergleichen.
Die E-Rechnungspflicht seit Januar 2025 verändert alles - welche Tools mithalten
Seit dem 1. Januar 2025 gilt in Deutschland die Pflicht, E-Rechnungen im B2B-Bereich empfangen zu können. Das bedeutet: Wenn ein Auftraggeber dir eine XRechnung oder ein ZUGFeRD-Dokument schickt, musst du es verarbeiten können. PDFs per Mail reichen dann nicht mehr.
Was viele Freelancer noch nicht wissen: Die Pflicht zum Senden von E-Rechnungen kommt schrittweise.
| Phase | Zeitpunkt | Betrifft |
|---|---|---|
| Empfangen | seit 1.1.2025 | Alle B2B-Unternehmen |
| Senden | ab 1.1.2027 | Unternehmen mit Vorjahresumsatz über 800.000 EUR |
| Senden | ab 1.1.2028 | Alle B2B-Unternehmen ohne Ausnahme |
Als Freelancer mit einem Umsatz unter 800.000 EUR hast du bis 2028 Zeit mit der Sendepflicht. Aber du musst jetzt schon empfangen können. Und wer klug ist, sendet bereits jetzt E-Rechnungen - weil es professioneller wirkt und weil einige Auftraggeber es bereits intern bevorzugen oder vorschreiben.
Das Fazit: Jede Buchhaltungssoftware, die du 2026 wählst, sollte E-Rechnung beherrschen. Nicht als Zusatz-Feature im teuersten Tarif. Als Grundlage.
Was du wirklich brauchst: Rechnungen, UStVA, EÜR - und was nice-to-have ist
Die meisten Freelancer brauchen drei Dinge:
- Rechnungen schreiben und verschicken (inkl. E-Rechnung)
- Belege erfassen (Betriebsausgaben dokumentieren)
- EÜR und UStVA vorbereiten - entweder selbst oder mit Steuerberater
Was nice-to-have ist, aber kein Muss: Doppelte Buchführung (brauchst du als Freiberufler nicht), ausgefeilte Projektzeiten, CRM-Funktionen. Die verleiten nur dazu, mehr zu zahlen als nötig.
Der Unterschied zu meinem KI-Buchhaltung-Artikel: Software kaufen, nicht automatisieren
Im Artikel über KI-gestützte Buchhaltung bin ich darauf eingegangen, wie Tools wie BuchhaltungsButler und Norman Finance die Buchungsarbeit durch KI automatisieren. Das ist eine andere Frage als die hier: Welches Grundwerkzeug kaufe ich überhaupt? Hier geht es um die Entscheidung zwischen den großen Plattformen - nicht um Automatisierungs-Schichten obendrauf. Diese Frage kommt zuerst.
sevDesk 2026: Der Platzhirsch mit dem günstigsten Einstieg
sevDesk ist die meistgekaufte Buchhaltungssoftware für Selbstständige in Deutschland. Das liegt nicht daran, dass sie in allem die beste ist - sondern daran, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis für die meisten Freelancer stimmt.
Preise 2026: Kostenloser Plan, Rechnung ab 11,90 EUR, Buchhaltung ab 25,90 EUR
Hier ein ehrlicher Blick auf die Preisstruktur, ohne Marketing-Trickserei:
| Tarif | Monatlich | Mit 24-Monats-Vertrag | Was du bekommst |
|---|---|---|---|
| Kostenlos | 0 EUR | 0 EUR | 3 Rechnungen/Monat, E-Rechnung (ZUGFeRD + XRechnung), unbegrenzte Kontakte |
| Rechnung | 11,90 EUR | ~4,45 EUR | Unbegrenzte Rechnungen, DATEV-Export, E-Rechnungen senden |
| Buchhaltung | 25,90 EUR | ~9,95 EUR | EÜR, UStVA direkt ans Finanzamt, KI-Belegscan, Bankanbindung |
| Buchhaltung Pro | 34,90 EUR | ~13,95 EUR | + REST-API, Kostenstellen, BWA in Echtzeit |
Wichtiger Hinweis zu den günstigen Preisen: Die "ab 4,45 EUR/Monat"-Werbung, die du auf der sevDesk-Website siehst, bezieht sich auf den 24-Monats-Vertrag. Das ist eine Laufzeit von zwei Jahren ohne Möglichkeit, früher auszusteigen. Wenn du dir nicht sicher bist, ob du sevDesk dauerhaft nutzen wirst, rechne mit 11,90 EUR oder 25,90 EUR pro Monat im Flexibel-Tarif. Die 24-Monats-Preise sind trotzdem attraktiv, wenn du weißt, dass du die Software brauchst.
Stärken: E-Rechnung schon im kostenlosen Plan, DATEV-Export ab 11,90 EUR
Das ist das Entscheidende: sevDesk ist die einzige der großen Plattformen, die E-Rechnungen (sowohl ZUGFeRD als auch XRechnung) bereits im kostenlosen Plan unterstützt - mit dem Limit von drei Rechnungen pro Monat. Wer wenig fakturiert, kann buchstäblich null Euro zahlen und trotzdem rechtskonform sein.
Ab dem Rechnung-Tarif (11,90 EUR/Monat) kommen DATEV-Export und unbegrenzte Rechnungen dazu. Das ist sehr günstig für die Funktionstiefe. Die UStVA-Direktübermittlung an das Finanzamt - ohne ELSTER-Zertifikat - ist erst ab dem Buchhaltung-Tarif (25,90 EUR) dabei.
Für Freelancer, die einen Steuerberater haben und ihm die Buchungsdaten per DATEV-Export liefern wollen: Der Rechnung-Tarif bei 11,90 EUR/Monat reicht oft aus.
Schwächen: Interface nicht immer intuitiv, EÜR erst im zweiten Tier
Die Benutzeroberfläche von sevDesk ist funktional, aber nicht elegant. Wer aus dem Design-Umfeld kommt, wird sich anfangs durch Menüpunkte klicken, die nicht immer dort sind, wo man sie erwartet. Das ist kein K.O.-Kriterium, aber es lohnt sich, die 14-tägige Testphase zu nutzen.
Wer selbstständig eine EÜR erstellen möchte, braucht zwingend den Buchhaltung-Tarif. Mit dem Rechnung-Tarif allein ist keine EÜR möglich. Das ist kein Geheimnis, aber es überrascht manche Einsteiger.
Für wen sevDesk passt: Freelancer, die DATEV-Export für einen Steuerberater brauchen, viele Rechnungen schreiben und ein etabliertes Tool mit großer Community wollen. Wer alles inklusive UStVA will und trotzdem möglichst wenig zahlt: Buchhaltung-Tarif im 24-Monats-Vertrag bei knapp 10 EUR pro Monat ist kaum zu schlagen.
Ich nutze sevDesk seit gut zwei Jahren über den [sevDesk-Link][SEVDESK_AFFILIATE_LINK] - der Onboarding-Prozess ist verständlich, und die Belegerkennung per App funktioniert zuverlässig.
Lexware Office 2026: Die DATEV-Verwandte mit solidem Support
Lexware Office (früher unter dem Namen Lexoffice bekannt, jetzt unter lexware.de) ist das andere Schwergewicht im Markt. Die Haufe-Gruppe, die hinter Lexware steht, hat einen guten Ruf im deutschen Steuerrecht - und das spürt man in der Software.
Preise 2026: S ab 7,90 EUR/Monat, aber E-Rechnung erst ab M bei 12,90 EUR
Die Tarifstruktur ist bei Lexware Office etwas verzweigter:
| Tarif | Preis/Monat (netto) | Rechnungen | E-Rechnung senden | DATEV-Export | UStVA |
|---|---|---|---|---|---|
| S | 7,90 EUR | Nein | Nur empfangen | Nein | Nein |
| M | 12,90 EUR | Ja | ZUGFeRD (kein XRechnung) | Nein | Nein |
| L | 21,90 EUR | Ja | ZUGFeRD | Ja | Ja |
| XL | 32,90 EUR | Ja | ZUGFeRD + XRechnung | Ja | Ja |
Der Tarif S ist für die meisten Freelancer unbrauchbar - du kannst damit keine Rechnungen schreiben. Schon im ersten Vergleich fällt auf: Für volle E-Rechnung-Compliance (inkl. XRechnung) zahlst du bei Lexware Office 32,90 EUR pro Monat. Das ist der teuerste Einstieg der vier Tools.
Ein wichtiger Punkt für 2026: ZUGFeRD (Tarif M und L) reicht für fast alle B2B-Rechnungen aus. XRechnung ist primär für öffentliche Auftraggeber (B2G) relevant. Wer ausschließlich für private Unternehmen arbeitet, kommt mit dem M-Tarif gut durch.
Stärken: Vertrauenswürdig, Trustpilot 4,3/5, sehr guter Steuerberater-Datenaustausch
Lexware Office hat auf Trustpilot 4,3 von 5 Sternen aus über 1.300 Bewertungen - "Ausgezeichnet". Das ist ein ehrliches Signal: Die Software macht wenig falsch.
Besonders stark ist die DATEV-Anbindung ab Tarif L. Wer einen Steuerberater hat, der DATEV verwendet, und eine möglichst reibungslose Datenübergabe will, ist hier gut aufgehoben. Die Export-Formate sind sauber, die Unterstützung durch den Lexware-Support ist im Markt vergleichsweise gut.
Ein weiterer Pluspunkt: Lexware Office hat keine Mindestvertragslaufzeit. Du kannst monatlich kündigen - das macht die Entscheidung risikoärmer als bei sevDesk mit 24-Monats-Vertrag.
Schwächen: E-Rechnung erst ab M, XRechnung erst im teuersten Tarif
Das ist die Schwäche, die ich nicht schönreden kann. ZUGFeRD-Senden erst ab 12,90 EUR ist im Vergleich mit accountable (kostenlos) oder sevDesk (11,90 EUR) akzeptabel. Aber XRechnung erst ab 32,90 EUR ist schlicht teuer.
Freelancer, die für öffentliche Stellen arbeiten oder Kunden haben, die XRechnung voraussetzen, zahlen bei Lexware Office deutlich mehr als bei der Konkurrenz. Das lohnt sich nur, wenn die DATEV-Tiefe und der Support den Unterschied wert sind.
Wer Lexware Office wählt, sollte vorher prüfen, ob er XRechnung wirklich braucht oder ob ZUGFeRD (Tarif M, 12,90 EUR) ausreicht. Die meisten Freelancer kommen mit ZUGFeRD durch.
Einen [Lexware-Office-Test][LEXOFFICE_AFFILIATE_LINK] über 30 Tage kostenlos gibt es direkt auf der Webseite - ich empfehle, den zu nutzen, bevor man sich entscheidet.
accountable.de 2026: Der Tax-first-Ansatz aus der Freelancer-Perspektive
accountable ist die jüngste der vier Plattformen - und die, die am konsequentesten aus der Freelancer-Perspektive gedacht ist. Das Grundprinzip: Buchhaltung und Steuererklärung in einem Tool, mit dem Ziel, dass du nie wieder einen Steuerberater brauchst.
Preise 2026: Kostenloser Plan mit E-Rechnung, Steuern-Tarif ab 37,40 EUR/Monat
| Tarif | Preis/Monat (netto, monatlich) | Preis/Monat (jährlich) | Inbegriffen |
|---|---|---|---|
| Rechnungen Free | 0 EUR | 0 EUR | Unbegrenzte E-Rechnungen (XRechnung + PEPPOL), 1 Bankkonto, 5 Ausgaben/Monat |
| Rechnungen Plus | 12,40 EUR | 9,90 EUR | Professionelles Rechnungsdesign, unbegrenzte Ausgaben |
| Buchhaltung | 24,90 EUR | 19,90 EUR | Vollständige Buchhaltung, EÜR, begrenzte KI-Steuerberatung |
| Steuern | 37,40 EUR | 29,90 EUR | Steuererklärung, unbegrenzte KI-Steuerberatung, Steuergarantie bis 5.000 EUR |
| Max | 74,90 EUR | 59,90 EUR | Persönlicher Steuercoach, Quartals-Calls, Steuergarantie bis 10.000 EUR |
Der Free-Plan ist das, was accountable von allen anderen unterscheidet: Du kannst XRechnung und PEPPOL-konforme E-Rechnungen senden, ohne einen Cent zu zahlen. Das ist das großzügigste Angebot im Markt.
Stärken: Einzige Software mit eingebautem Steuerberater, Steuergarantie, PEPPOL-Support
Die Steuergarantie ist ein echter Differenziator: Im Steuern-Tarif (29,90 EUR/Monat jährlich) übernimmt accountable bis zu 5.000 EUR an Steuernachzahlungen, die durch Fehler in der App entstehen. Das gibt Sicherheit für Freelancer, die keine externe Steuerberatung wollen.
PEPPOL-Unterstützung ist ebenfalls erwähnenswert. PEPPOL ist kein Dateiformat, sondern ein sicheres Netzwerk zum Übermitteln strukturierter Rechnungen - ähnlich wie eine Art "registriertes Einschreiben" für E-Rechnungen. Die EU diskutiert, ob PEPPOL mittelfristig auch in Deutschland Standard wird. accountable ist die einzige der hier verglichenen Plattformen, die PEPPOL bereits im Free-Plan unterstützt.
Für Freelancer, die ihre Steuererklärung selbst machen wollen und keinen Steuerberater haben: Der Steuern-Tarif ist die sauberste Lösung. Alles in einem Tool, keine Datenexporte an Dritte.
Die Details zu Betriebsausgaben, die du absetzen kannst, inklusive der Software-Kosten selbst, habe ich in einem separaten Artikel zusammengefasst.
Schwächen: Jünger als die Konkurrenz, weniger DATEV-Tiefe
accountable wurde 2017 gegründet und hat noch nicht die DATEV-Tiefe von sevDesk oder Lexware Office. Wer einen Steuerberater hat, der auf reibungslose DATEV-Exporte angewiesen ist, könnte hier Kompromisse machen.
Die Plattform ist auch stärker auf mobile Nutzung ausgerichtet. Wer ausschließlich am Desktop arbeitet, findet die Web-App funktional - aber die beste Experience ist auf dem Smartphone.
Für wen accountable passt: Freelancer, die keine Steuerberater beauftragen wollen, lieber alles in einer App erledigen und bereit sind, für den Steuerteil mehr pro Monat auszugeben. Auch ideal für den Einstieg: Der Free-Plan ist der beste kostenlose Plan im Markt.
FastBill: Die einfachste Option für Einsteiger
FastBill wird in vielen Vergleichen vergessen - zu Unrecht. Besonders der Solo-Tarif bietet ein ungewöhnliches Preis-Leistungs-Verhältnis.
Wenn du nur Rechnungen schreiben und ein paar Ausgaben tracken willst
FastBill Solo: 10 EUR/Monat (9 EUR/Monat bei Jahresabschluss)
Dafür bekommst du: unbegrenzte Rechnungen und Angebote, E-Rechnung (ZUGFeRD + XRechnung), DATEV-Export, UStVA-Direktübermittlung ohne ELSTER-Zertifikat, Belegscan per App, Zeiterfassung und Kundenmanagement.
Das ist bemerkenswert. FastBill Solo bündelt alles in einen Tarif - kein Gestufe, kein "E-Rechnung erst ab Tarif M". Für 10 Euro bekommst du, wofür du bei sevDesk 25,90 EUR oder bei Lexware Office 21,90 EUR zahlen würdest.
Der Haken: FastBill hat weniger Community, weniger Integration mit Steuerberatern und weniger Marktdurchdringung in Deutschland. Wenn dein Steuerberater dich fragt, mit welcher Software du arbeitest, kennt er sevDesk und Lexware Office sofort. FastBill ist bekannt, aber seltener.
Für Kleinstfreiberufler, die alles selbst machen und einfach wollen, dass es funktioniert: FastBill Solo ist es wert, ausprobiert zu werden. Die 14-tägige Testphase ist kostenlos.
Mein Entscheidungsrahmen: Welche Software für wen?
Nach mehreren Jahren Selbstständigkeit und Gesprächen mit anderen Freelancern in der Network School habe ich ein relativ klares Bild davon, wer welches Tool braucht.
Für Kleinstfreiberufler und Einsteiger: accountable Free oder sevDesk Free
Wenn du gerade anfängst, wenige Rechnungen pro Monat schreibst und noch keine klare Richtung hast: accountable Free ist der beste Einstieg. Du zahlst nichts, kannst E-Rechnungen senden und lernst, wie Buchhaltung funktioniert.
sevDesk Free ist die Alternative, wenn du weißt, dass du später auf einen bezahlten Tarif upgraden willst und dich mit der sevDesk-Oberfläche vertraut machen möchtest. Drei Rechnungen pro Monat sind für Projektfreiberufler manchmal ausreichend.
Wenn dein Steuerberater DATEV nutzt: sevDesk oder Lexware Office
Das ist die häufigste Situation: Du hast einen Steuerberater, der DATEV verwendet und am Ende des Jahres deine Buchungsdaten will. Hier sind sevDesk (Rechnung-Tarif, 11,90 EUR) und Lexware Office (Tarif L, 21,90 EUR) die Platzhirsche.
Der Unterschied: sevDesk ist günstiger und hat den DATEV-Export bereits ab 11,90 EUR/Monat. Lexware Office bietet mehr Tiefe in der DATEV-Schnittstelle, kostet aber im direkten Vergleich mehr.
Wenn dein Steuerberater keine starke Meinung hat: sevDesk ist meine erste Empfehlung. Wenn er explizit Lexware Office vorschlägt oder die DATEV-Integration besonders wichtig ist: Lexware Office.
Mehr zur Steuererklärung vorbereiten als Freelancer - also was du deinem Steuerberater tatsächlich liefern musst - habe ich separat geschrieben.
Wenn du deine Steuererklärung selbst machen willst: accountable Steuern-Tarif
Das ist die klare Empfehlung für Freelancer ohne Steuerberater. 29,90 EUR pro Monat (jährlich) für alles: EÜR, UStVA, Steuererklärung, Steuergarantie bis 5.000 EUR. Kein Exportieren, kein Erklären, kein externes Tool.
Die Frage ist nur: Lohnt sich das gegenüber einem Steuerberater? Ein Steuerberater kostet für Freiberufler im Schnitt 800 bis 1.500 EUR pro Jahr. accountable Steuern kostet 358,80 EUR pro Jahr. Wenn du bereit bist, dich selbst mit den steuerlichen Details auseinanderzusetzen, ist accountable billiger. Wenn du es komplett abgeben willst - und das macht für viele Sinn, besonders wenn komplexere Situationen vorliegen - dann nimm einen echten Steuerberater und nutze sevDesk oder Lexware Office für den Datenaustausch.
Wenn UStVA unter 2 Minuten erledigt sein soll: sevDesk Buchhaltung
UStVA steht für Umsatzsteuervoranmeldung - die monatliche oder quartalsweise Pflicht, die Umsatzsteuer ans Finanzamt zu melden. Im sevDesk Buchhaltung-Tarif sendest du die UStVA direkt aus der Oberfläche, ohne ELSTER-Zertifikat. Du klickst auf "Übermitteln" und es ist erledigt.
Das klingt trivial, ist es aber nicht. Wer schon einmal mit ELSTER gekämpft hat - Token, Zertifikat, Authentifizierung - weiß, dass die direkte Anbindung einer der größten Zeitersparnisse ist, die Buchhaltungssoftware bietet.
Die E-Rechnungspflicht im Detail und welche Übergangsfristen noch gelten, habe ich in einem eigenen Artikel erklärt. Wenn du noch nicht weißt, welches Format (ZUGFeRD vs. XRechnung) du eigentlich brauchst, lies das zuerst.
Buchhaltungssoftware als Betriebsausgabe: Was du absetzen kannst
Gute Nachricht: Jede Buchhaltungssoftware, die du für dein Freelance-Business nutzt, ist eine vollständige Betriebsausgabe nach § 4 Abs. 4 EStG. Du setzt sie als laufende Betriebsausgabe ab - in der EÜR, Zeile 22 (sonstige beschränkt abzugsfähige Betriebsausgaben) oder Zeile 47 (sonstige Betriebsausgaben, unbeschränkt).
Konkret bei einem Steuersatz von 35 Prozent:
- sevDesk Buchhaltung, 25,90 EUR/Monat: 310,80 EUR steuerliche Ersparnis pro Jahr
- Lexware Office Tarif L, 21,90 EUR/Monat: 263,16 EUR steuerliche Ersparnis pro Jahr
- accountable Steuern, 37,40 EUR/Monat: 449,76 EUR Kosten, aber 157,42 EUR steuerliche Ersparnis
Die reale Nettobelastung ist also deutlich niedriger als der Listenpreis. Wer das noch nie durchgerechnet hat, unterschätzt regelmäßig, wie günstig gute Software nach Steuern ist.
Wenn du wissen willst, was du alles absetzen kannst und was nicht, empfehle ich meinen Artikel über Betriebsausgaben für Freelancer 2026. Die Liste ist länger als die meisten erwarten.
Wer außerdem als Kleinunternehmer startet und die Kleinunternehmerregelung nutzt, sollte wissen, dass sich die Grenzen 2025 verändert haben - das aktualisierte Kleinunternehmer-FAQ klärt die wichtigsten Fragen.
Das Fazit: Welches Tool gewinnt?
Es gibt kein objektiv bestes Tool. Es gibt das richtige Tool für deine Situation.
Schnelle Orientierung:
- Einsteiger ohne Budget: accountable Free - kostenlose E-Rechnungen, kein Risiko
- Mit Steuerberater, günstiger Einstieg: sevDesk Rechnung, 11,90 EUR/Monat
- Mit Steuerberater, alles inklusive: sevDesk Buchhaltung, 25,90 EUR/Monat (oder Jahreszahlung)
- Mit Steuerberater, tiefe DATEV-Integration wichtig: Lexware Office Tarif L, 21,90 EUR/Monat
- Ohne Steuerberater, Steuern selbst machen: accountable Steuern, 29,90 EUR/Monat (jährlich)
- Simpel, alles-in-einem, kein Gefrickel: FastBill Solo, 10 EUR/Monat
Bei der Network School habe ich Freelancer aus über 40 Ländern kennengelernt. Und eine Sache haben alle gemeinsam: Wer das Buchhaltungsthema zu lange aufschiebt, zahlt doppelt - einmal in Zeit, einmal in Steuerberater-Kosten für das nachträgliche Aufräumen. Mit dem richtigen Tool hört Buchhaltung auf, etwas zu sein, vor dem man Angst hat. Es wird eine 20-Minuten-Aufgabe pro Monat. Das ist das Ziel.
Wenn du außerdem überlegst, wie du deinen gesamten digitalen Freelancer-Stack aufstellst - Tools, Prozesse, Automatisierungen - findest du hier eine Community, die genau das jeden Tag macht.
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