Ich erinnere mich noch gut an das erste Mal, als mir jemand bei einem Freelancer-Meetup sagte: "Riester? Das ist doch nur was für Angestellte." Er hatte recht. Als Freiberufler war ich jahrelang von der wichtigsten staatlichen Altersvorsorge-Förderung ausgeschlossen. Das ändert sich jetzt - und zwar grundlegend.
Ab dem 1. Januar 2027 startet das Altersvorsorgedepot, der offizielle Riester-Nachfolger. Und anders als sein Vorgänger ist es von Anfang an auch für Selbstständige und Freiberufler zugänglich. Erstmals. Das Altersvorsorgereformgesetz ist seit dem 29. Mai 2026 in Kraft, die Anbieter bereiten sich gerade auf die Zertifizierung vor, und in genau drei Monaten kann man loslegen.
Die Frage, die mich gerade beschäftigt: Welcher Broker soll es sein? Ich habe mir Trade Republic, Scalable Capital, DKB, ING und Comdirect genauer angeschaut. Das Ergebnis ist interessanter als erwartet.
Was das Altersvorsorgedepot 2027 für Freelancer bedeutet - und warum Riester endlich weg ist
Riester hatte ein strukturelles Problem: Die Kapitalgarantie. Anbieter mussten sicherstellen, dass zum Renteneintritt mindestens die eingezahlten Beiträge plus Zulagen zurückfliessen. Das klingt sicher, war aber de facto eine Wachstumsbremse. In Niedrigzinsphasen landete das meiste Geld in Anleihen statt in Aktien. Die Renditen waren miserabel.
Das Altersvorsorgedepot macht das anders.
Start 1. Januar 2027: Riester-Nachfolger mit 100% ETF-Anlage möglich - keine starre Kapitalgarantie mehr
Die starre Kapitalgarantie fällt weg. Wer will, kann sein gesamtes Altersvorsorgedepot in Aktien-ETFs investieren - breit gestreut, weltweit, ohne dass ein Versicherungsmantel dazwischen hängt. Das ist der fundamentale Unterschied zu Riester.
Das Altersvorsorgereformgesetz hat dafür einen klaren Rahmen definiert: Zugelassen sind Fonds und ETFs in den PRIIPS-Risikoklassen 1 bis 5. Das schliesst globale Aktien-ETFs (MSCI World, FTSE All-World, MSCI ACWI) problemlos ein - die liegen typischerweise in Klasse 4. Einzelaktien, Kryptowährungen und gehebelte Produkte sind ausgeschlossen. Das ist vernünftig für ein Altersvorsorgeprodukt.
Erstmals förderberechtigt: Selbstständige, Freiberufler und berufsständisch Versorgte ohne Rentenversicherungspflicht
Das ist die eigentlich wichtige Nachricht für alle, die selbstständig arbeiten. Wer Einkünfte aus selbstständiger Arbeit nach § 18 EStG oder aus Gewerbebetrieb nach § 15 EStG erzielt und eine Steuererklärung abgibt, ist förderberechtigt. Auch Mitglieder berufsständischer Versorgungswerke - also Ärzte, Anwälte, Architekten - kommen jetzt rein.
Solange man das 67. Lebensjahr noch nicht vollendet hat und in Deutschland steuerpflichtig ist, kann man das Depot eröffnen. Mehr braucht es nicht.
Für mich als Freiberufler bedeutet das: Ich habe jetzt Zugang zu einem staatlich geförderten Sparprodukt, das vorher faktisch nur Angestellten offenstand. Das lohnt sich näher anzuschauen.
Grundzulage: 540 EUR/Jahr bei 1.800 EUR Eigenbeitrag - 30% staatliche Förderung. Kinderzulage: 300 EUR/Kind/Jahr
Die Rechnung ist einfach. Bei 1.800 EUR eigenem Jahresbeitrag gibt es 540 EUR Grundzulage obendrauf. Das entspricht einer sofortigen Förderquote von 30%. Zusammengesetzt aus:
- 50 Cent staatliche Förderung je Euro für die ersten 360 EUR Eigenbeitrag (= 180 EUR Zulage)
- 25 Cent je Euro für die nächsten 1.440 EUR (= 360 EUR Zulage)
- Gesamt: 540 EUR bei 1.800 EUR Eigenbeitrag
Wer Kinder hat, bekommt zusätzlich 300 EUR pro Kind und Jahr. Für einen Freiberufler mit zwei Kindern wären das also 1.140 EUR jährliche staatliche Förderung - bei nur 1.800 EUR eigener Einzahlung. Das ist erheblich.
Für Berufseinsteiger unter 25 gibt es einmalig noch einen Berufsanfängerbonus von 200 EUR on top.
Zusätzlich: Eigenbeiträge bis 6.840 EUR jährlich sind als Sonderausgaben steuerlich absetzbar. Das Finanzamt macht automatisch eine Günstigerprüfung - wenn der Steuervorteil grösser ist als die Zulage, bekommt man den Differenzbetrag erstattet.
Ist das Altersvorsorgedepot 2027 besser als Rürup?
Das kommt auf die Situation an - und auf das Einkommen.
Der grösste Vorteil von Rürup ist der Steuervorteil. Beiträge sind als Basisversorgung vollständig absetzbar, bis zu einem Höchstbetrag von aktuell über 29.000 EUR für Alleinstehende. Bei einem Steuersatz von 42% entspricht das einem direkten Steuerrabatt von über 12.000 EUR im Jahr. Das ist eine andere Grössenordnung als die 540 EUR Grundzulage des Altersvorsorgedepots.
Der grösste Nachteil von Rürup: Das Geld ist weg. Es gibt keine Erbbarkeit im Sparphase (nur wenn teuer versichert), keine Kapitalauszahlung, nur lebenslange Rente. Wer jung stirbt oder die Rente nicht lange geniesst, verliert.
Das Altersvorsorgedepot ist vererbbar. Auszahlung ist flexibel möglich. Die Fördersumme ist gedeckelt, aber das Produkt bleibt handhabbar.
Meine Einschätzung: Wer über 60.000-70.000 EUR Jahresgewinn hat, fährt mit Rürup in der Regel besser - wegen des Steuervorteils. Wer darunter liegt oder Wert auf Flexibilität legt, für den ist das Altersvorsorgedepot attraktiver. Mehr dazu im Rürup-ETF-Vergleich für Freelancer.
Trade Republic vs. Scalable Capital vs. DKB vs. ING: Wer macht das Rennen?
Die entscheidende Frage bei einem Sparprodukt über Jahrzehnte: Was kostet es mich? Schon 0,5% Gebührenunterschied pro Jahr machen auf 30 Jahre einen massiven Unterschied beim Endvermögen.
Wichtig vorab: Stand September 2026 ist noch kein Anbieter vom Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) final zertifiziert. Die Zertifizierungsphase läuft gerade an - provisorisch und unter Vorbehalt des Widerrufs. Das heisst: Die angekündigten Konditionen sind noch nicht bindend. Ich würde bis zur offiziellen Zertifizierung warten, bevor ich ein Depot eröffne.
Trade Republic: 0% Depot-Gebühren, 0 EUR Sparplan-Kosten. Start 1. Januar 2027 bestätigt.
Trade Republic hat frühzeitig kommuniziert: 0 EUR Depotgebühr, 0 EUR Sparplankosten. Die ETF-Auswahl ist noch nicht vollständig kommuniziert, aber die Grundstruktur steht. Der Start zum 1. Januar 2027 ist bestätigt.
Trade Republic ist bereits der grösste Neobroker in Deutschland mit über 8 Millionen Kunden. Die App ist einfach, die Abwicklung zuverlässig. Für jemanden, der bereits ein Trade-Republic-Depot hat und mit der Plattform vertraut ist, wäre das Altersvorsorgedepot dort die naheliegendste Option.
Ein Vorbehalt: Trade Republic bietet aktuell keine detaillierte Finanzberatung. Wer Fragen zu ETF-Auswahl oder Steueroptimierung hat, ist dort auf sich gestellt.
Scalable Capital (Ankündigung August 2026): 0% Depot + Sparplan, max. 0,15% ETF-Kosten - 0% im ersten Jahr. Sehr kompetitiv.
Scalable hat im August 2026 seine Konditionen angekündigt, und sie sind aggressiv: 0% Depotgebühr, 0% Sparplankosten, und im ersten Jahr auch 0% ETF-spezifische Kosten. Danach maximal 0,15% - was immer noch günstiger ist als alle klassischen Direktbanken.
Scalable hat ausserdem die breitere ETF-Auswahl in der Vergangenheit als Vorteil ausgespielt. Wer auf MSCI World, FTSE All-World oder spezifische Themen-ETFs setzt, hat dort tendenziell mehr Auswahl als bei Trade Republic.
Für das Altersvorsorgedepot sehe ich Scalable und Trade Republic derzeit gleichauf - beide klar vor den klassischen Direktbanken.
DKB: 0,15% p.a. Depotgebühr. Solide, aber teurer als Neobroker.
Die DKB gehört zur Gruppe der etablierten Direktbanken. 0,15% pro Jahr klingt nicht viel, ist aber mehr als 0%. Auf einem Depot mit 50.000 EUR entspricht das 75 EUR jährlich - nur für die Verwaltung.
Die DKB punktet mit Verlässlichkeit, gutem Kundenservice und dem etablierten Markennamen. Wer bereits DKB-Kunde ist und sein Banking konsolidieren will, findet hier eine solide Option.
ING: 0,20% p.a. Bekannte Marke, weniger attraktive Konditionen.
Die ING ist Deutschlands grösste Direktbank und hat das Altersvorsorgedepot frühzeitig angekündigt. Aber 0,20% Jahresgebühr ist im Vergleich zu den Neobrokern deutlich teurer.
Auf einem 30-Jahre-Horizont mit monatlichem Sparplan von 200 EUR macht der Gebührenunterschied zwischen ING (0,20%) und Trade Republic (0%) nach Zinseszinsrechnung einige tausend Euro aus. Das ist real.
Comdirect: 0,25% p.a. Am teuersten der grossen Anbieter.
Comdirect bietet erwartungsgemäss die höchste Gebühr. Für das Altersvorsorgedepot sehe ich keinen Grund, hier zu unterschreiben - ausser man hat sehr spezifische Beratungsanforderungen.
WICHTIG: Noch kein Produkt ist vom BZSt zertifiziert (Stand September 2026)
Das ist kein Grund zur Panik, aber ein wichtiger Hinweis: Die Konditionen, die Anbieter aktuell kommunizieren, sind Ankündigungen - keine vertraglich bindenden Zusagen. Wer jetzt schon ein "Altersvorsorgedepot" eröffnet, macht das auf Basis noch nicht zertifizierter Produkte.
Mein Rat: Bis zur finalen Zertifizierung (erwartet Herbst/Winter 2026) informieren, aber noch nicht abschliessen. Dann schnell handeln - Berichte warnen vor langen Wartezeiten bei Identity-Verification und Depot-Eröffnung, wenn alle gleichzeitig im Dezember anfangen.
Wie viel spare ich mit dem Altersvorsorgedepot im Vergleich zur Selbstanlage?
Das ist die wichtigste Frage. Lohnt sich der staatliche Förderrahmen überhaupt gegenüber einem einfachen ETF-Sparplan ohne Förderung?
Beispielrechnung: 300 EUR/Mo Eigenbeitrag = 3.600 EUR/Jahr, 540 EUR Zulage = 15% sofortige Rendite
Wer 300 EUR monatlich einzahlt, leistet 3.600 EUR pro Jahr als Eigenbeitrag - also doppelt so viel wie nötig für die volle Grundzulage. Aber man bekommt trotzdem die vollen 540 EUR Zulage, weil die nur den ersten 1.800 EUR Eigenbeitrag erfordert.
Rechenbeispiel für den Mindestbetrag:
- Eigenbeitrag: 1.800 EUR/Jahr (150 EUR/Mo)
- Grundzulage: 540 EUR
- Gesamtbeitrag ins Depot: 2.340 EUR
- Sofortige Förderquote: 30%
Das Geld wächst dann steuerfrei - keine Abgeltungsteuer, keine Vorabpauschale während der Ansparphase. Das ist ein weiterer Vorteil gegenüber dem normalen ETF-Sparplan.
Steuerlicher Abzug der Beiträge zusätzlich - Gesamt-Fördereffekt je nach Steuersatz erheblich
Zusätzlich zur Zulage: Beiträge bis 6.840 EUR jährlich sind als Sonderausgaben absetzbar. Das Finanzamt prüft automatisch, ob der Steuereffekt die Zulage übersteigt. Wer einen Grenzsteuersatz von 30% hat, spart auf 1.800 EUR Beitrag rund 540 EUR Steuern - genau so viel wie die Zulage. Bei höherem Steuersatz gibt es Erstattung oben drauf.
Das Jahresende-Steuersparen für Freelancer deckt übrigens weitere Optimierungen ab, die gut parallel zum Altersvorsorgedepot funktionieren.
Wo lohnt es sich nicht: Bei sehr hohem Einkommen ist Rürup oft sinnvoller
Wer als Freelancer 100.000 EUR oder mehr verdient und maximalen Steuervorteil sucht, kommt mit Rürup auf eine andere Hausnummer. Der Höchstbetrag liegt weit über dem des Altersvorsorgedepots, und der Steuereffekt ist bei hohem Grenzsteuersatz erheblich höher.
Aber das ist kein "entweder oder" - beide Systeme können parallel genutzt werden. Rürup für den Steuervorteil, Altersvorsorgedepot für die Flexibilität und Vererbbarkeit.
ETF-Auswahl im Altersvorsorgedepot: Was Freelancer wissen müssen
100% Aktien-ETFs möglich - das ist der grosse Unterschied zu Riester
Das Riester-Problem war die Kapitalgarantie. Weil das angesparte Kapital zum Renteneintritt garantiert werden musste, konnten Anbieter nicht wirklich in Aktien investieren - die sind zu schwankungsanfällig für eine 100%-Garantie.
Im Altersvorsorgedepot entscheidet jeder selbst über die Allokation. Wer 30+ Jahre bis zur Rente hat, kann theoretisch 100% in globale Aktien-ETFs investieren. Das entspricht dem, was unabhängige Finanzexperten für lange Anlagezeiträume ohnehin empfehlen.
Empfehlung: Globale Index-ETFs (MSCI World / All Country World) - breit gestreut, niedrige Kosten
Für den durchschnittlichen Freelancer ohne Lust auf Einzeltitel-Analyse ist ein globaler Index-ETF die solide Wahl:
- MSCI World: 1.400+ Unternehmen aus 23 Industrieländern, typischer TER 0,10-0,20%
- MSCI ACWI / FTSE All-World: Zusätzlich Schwellenländer, etwa 2.900 Positionen, ähnliche Kosten
- MSCI World + EM-Beimischung: Für alle, die die Schwellenländer-Quote selbst steuern wollen
Wichtig: Nur Fonds, die vom jeweiligen Anbieter für das Altersvorsorgedepot zugelassen wurden, sind investierbar. Die Positivliste wird erst mit der BZSt-Zertifizierung final kommuniziert.
Wann du kein Altersvorsorgedepot brauchst: Wenn du bereits max. Rürup ausschöpfst oder GmbH nutzt
Zwei Szenarien, in denen das Altersvorsorgedepot nach hinten rückt:
Szenario 1: Du zahlst bereits den maximalen Rürup-Beitrag ein, hast einen hohen Grenzsteuersatz und die Rentenversicherung läuft über das Versorgungswerk. In diesem Fall ist der Steuervorteil über Rürup so gross, dass die 540 EUR Grundzulage des Altersvorsorgedepots kaum ins Gewicht fällt.
Szenario 2: Du hast eine GmbH und optimierst die Altersvorsorge über die Gesellschafter-Geschäftsführer-Versorgung. Hier gibt es andere Hebel.
Für den typischen Freiberufler mit mittlerem Einkommen und ohne GmbH ist das Altersvorsorgedepot aber ein echter Gewinn. Mehr zu Grundlagen rund um Freelancer-Versicherungen und Vorsorge und den Unterschied zwischen Freiberufler und Gewerbetreibendem gibt es in den verlinkten Artikeln.
Kann ich bestehende Riester-Verträge ins Altersvorsorgedepot übertragen?
Wechsel ist geplant - Details noch unklar bis zur BZSt-Zertifizierung
Ja, ein Übertrag ist ab dem 1. Januar 2027 möglich - und zwar freiwillig und zu jedem Zeitpunkt danach. Das gesamte angesammelte Kapital inklusive bereits erhaltener Zulagen wechselt in das neue Depot. Altzulagen gehen nicht verloren.
Ab dem sechsten Vertragsjahr ist der Übertrag kostenlos. In den ersten fünf Jahren darf der abgebende Anbieter maximal 150 EUR Gebühren berechnen.
Wer also einen 10 Jahre alten Riester-Vertrag hat, kann ab Januar 2027 kostenfrei wechseln.
Alte Riester-Verträge mit Verlust abzüglich - Neubeginn mit AVD oft sinnvoller
Hier muss man ehrlich rechnen. Viele Riester-Verträge bei Versicherungen haben hohe Abschlusskosten, die in den ersten Jahren das Kapital stark reduziert haben. Wenn der aktuelle Rückkaufswert unter den eingezahlten Beiträgen liegt, macht ein Übertrag auf das Niveau keinen Sinn.
In vielen Fällen ist es sinnvoller, den alten Riester-Vertrag ruhen zu lassen (Beitragsfreistellung) und ein neues Altersvorsorgedepot von null zu beginnen. Die erhaltenen Zulagen der Vergangenheit müssen dann nicht zurückgezahlt werden, wenn man den Vertrag ruhen lässt statt auflöst.
Rürup-Vertrag bleibt unberührt - beide Systeme können parallel genutzt werden
Das ist wichtig: Rürup (Basisrente) und Altersvorsorgedepot sind zwei komplett verschiedene Fördersysteme. Sie schliessen sich nicht gegenseitig aus. Wer bereits Rürup nutzt, kann zusätzlich ein Altersvorsorgedepot eröffnen und die 540 EUR Grundzulage mitnehmen.
Mein Fazit: Was ich als Freelancer ab Januar 2027 plane
Ich warte auf die BZSt-Zertifizierung - vermutlich im Herbst oder frühen Winter 2026. Sobald Trade Republic oder Scalable Capital zertifiziert sind und die finalen Konditionen bestätigt, eröffne ich ein Altersvorsorgedepot. Die Wahl zwischen den beiden hängt davon ab, welcher von beiden zuerst mit einer vernünftigen ETF-Auswahl durchs Zertifizierungsverfahren kommt.
Neobroker wählen (Trade Republic oder Scalable) sobald Zertifizierung erfolgt
Für die meisten Freelancer ohne komplexe Bankingbedürfnisse sind die Neobroker die klare Wahl. 0% Depotgebühr über 30 Jahre ist ein echter Vorteil. Bei DKB, ING oder Comdirect zahlt man Gebühren, die über die Jahre zu einem relevanten Betrag aufsummieren.
1.800 EUR/Jahr Eigenbeitrag für volle Grundzulage als Mindestbeitrag
Weniger als 1.800 EUR bringt nicht die volle Zulage. Mehr als 1.800 EUR bringt zwar keinen höheren Zulagenbetrag, aber mehr Tax-Deduction-Potenzial via Sonderausgaben (bis 6.840 EUR). Ich werde mit dem Mindestbeitrag für die volle Zulage starten und schauen, wie es sich ins Budget fügt.
Parallel Rürup weiterführen wenn Steuervorteil es rechtfertigt
Mein Rürup-Vertrag läuft weiter. In guten Jahren, wo der Gewinn höher ist, zahle ich mehr in Rürup ein. Das Altersvorsorgedepot läuft als Ergänzung mit dem Basisbeitrag. Beide Systeme haben ihre Berechtigung.
Was das alles mit Network School zu tun hat
Geld ist in der digitalen Nomaden-Community ein seltsam tabuisiertes Thema. Man spricht über Tool-Stacks, über Clients, über Workations - aber über Altersvorsorge redet kaum jemand. Dabei ist genau das einer der wichtigsten Unterschiede zwischen jemandem, der als Freelancer dauerhaft entspannt ist, und jemandem, der mit 55 realisiert, dass er 20 Jahre lang nichts für die Rente getan hat.
An der Network School sind das Gespräche, die tatsächlich stattfinden. Nicht weil alle Finanzgurus sind, sondern weil die Community aus Leuten besteht, die sich die gleichen Fragen stellen. Wie organisiere ich meine Finanzen als Selbstständiger? Was passiert mit meiner Altersvorsorge, wenn ich ins Ausland gehe? Wie kombiniere ich Rürup und ETF-Sparplan sinnvoll?
Das neue Altersvorsorgedepot ist eine echte Chance für alle, die bisher vom staatlichen Förderrahmen ausgeschlossen waren. Drei Monate bis zum Start. Das ist genug Zeit, um sich gut zu informieren - und nicht im Dezember in der Warteschlange zu stehen.
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