Stand August 2026: NS befindet sich im Übergang von Malaysia nach Kasachstan. Die Betriebslizenz wurde am 21./22. Juli 2026 entzogen, ein MoU mit Kasachstan wurde innerhalb von Stunden unterzeichnet. Stadt und Eröffnungsdatum des neuen Campus stehen noch nicht fest. Das ändert nichts an der grundsätzlichen Frage dieses Posts - aber es ändert den Zeitplan. Alle Details zum Umzug findest du im Kasachstan-Update-Post.
Vor ein paar Wochen schrieb mir jemand auf LinkedIn: "Ich überlege, mich bei NS zu bewerben. Freelancer, zwei Jahre remote, genug gespart. Lohnt sich das?" Er hatte alle meine NS-Posts gelesen. Aber er wollte keine kuratierte Antwort. Er wollte wissen, was ich wirklich denke.
Das ist der Post für genau diese Frage.
Ich werde ehrlich sein - auch wenn das bedeutet, dass manche Leute danach entscheiden, NS ist nichts für sie. Das ist kein Marketingtext. Das ist meine echte Einschätzung nach dem, was ich selbst erlebt habe, und nach Dutzenden Gesprächen mit aktuellen und ehemaligen Residents.
Was Network School von anderen Colivings grundlegend unterscheidet
Wenn du NS mit Selina oder einem normalen Coliving in Lissabon oder Chiang Mai vergleichst, machst du bereits einen Denkfehler. Das sind andere Produkte für andere Menschen.
Selina verkauft dir Flexibilität, Atmosphäre und Community-Anschluss. Gut und völlig legitim. Die meisten Leute, die dort ankommen, wollen unkompliziert remote arbeiten und abends jemanden für ein Bier finden. Das passt für viele.
NS will etwas anderes.
Kein Urlaubs-Coliving: aktive Community mit Zielen und Struktur
Das Erste, was du verstehen musst: NS ist kein Urlaub mit einem Schreibtisch. Es ist ein Umfeld, das dich fordert - aktiv.
Um 6 Uhr morgens gibt es Morning Burn, ein HIIT-Training, das du nicht überspringe, wenn du in der Community sichtbar sein willst. Um 7:30 Uhr Frühstücksbuffet. Dann Deep Work Blocks. Nachmittags Coworking. Um 17 Uhr Sport. Um 18:30 Uhr Speaker Sessions - und dort saßen schon Vitalik Buterin, Bryan Johnson und Ryan Petersen von Flexport.
Das ist kein Pflichtprogramm im rechtlichen Sinne. Aber sozial funktioniert NS so, dass aktive Teilnahme Sichtbarkeit schafft - und Sichtbarkeit ist hier die Währung.
Wer das nervt, ist bei NS falsch. Wer das liebt, wird in wenigen Wochen mehr relevante Gespräche geführt haben als in einem ganzen Jahr auf Freelancer-Plattformen.
Learn, Burn, Earn als Tagesrhythmus
Das Framework ist kein Marketingslogan. Es beschreibt tatsächlich, wie sich ein Tag in NS anfühlt.
Learn bedeutet: Talks, Workshops, Gespräche mit Menschen, die in ihrer Branche besser sind als du. Nicht theoretisches Lernen für einen Abschluss, sondern anwendbares Wissen von Leuten, die gerade selbst etwas bauen.
Burn bedeutet: Das Gym, die drei Mahlzeiten täglich, das körperliche Kapital. NS hat diese These eingebaut, dass mentale Performance und körperliche Fitness direkt zusammenhängen. Das ist kein Wellness-Gedanke, das ist Arbeitsprinzip.
Earn ist das Feature, über das am wenigsten geredet wird - und das für Freelancer am relevantesten ist. Ein interner Marktplatz mit Krypto-Bounties: Founder posten Aufgaben in Design, Entwicklung, Content und QA. Du erledigst die Aufgabe, die Abnahme dauert 1-7 Tage, und du bekommst USDC, ETH oder SOL direkt ins Wallet. Täglich neue Bounties, teilweise bis zu 1.000 Dollar pro Aufgabe. Für mich als UX-Designer war das kein theoretisches Experiment - ich habe darüber echte Projekte für Gründer abgewickelt, die später zu echten Langzeitkunden wurden.
Mehr dazu im Post über die Business-Vorteile des NS-Netzwerks.
Für wen NS am besten funktioniert
Ich werde konkret. Wenn du dich in einem der folgenden Profile erkennst, ist NS wahrscheinlich das Richtige für dich.
Du baust aktiv etwas: Startup, Freelancing-Business, eine Fähigkeit
Das ist das wichtigste Kriterium. NS funktioniert am besten für Menschen, die ein Projekt haben, das sie vorantreiben wollen. Das kann ein früh-phasiges Startup sein. Eine Freelancing-Nische, die du ausbauen willst. Eine neue Fähigkeit, die du dir schnell aneignen willst.
Der Grund: NS ist kein strukturiertes Bildungsprogramm. Es gibt keinen Lehrplan, den jemand für dich durchführt. Die Umgebung ist dafür optimiert, dass Leute, die bereits wissen, wohin sie wollen, schneller dorthin kommen. Der Motor kommt von innen. NS gibt dir den Treibstoff.
Wenn du noch keine Richtung hast, kann das frustrierend werden. Du triffst tolle Menschen und hast trotzdem das Gefühl, nicht wirklich vorwärtszukommen. Das ist kein Versagen von NS, sondern ein Mismatch.
Du willst Feedback und Sichtbarkeit - nicht Anonymität und Ruhe
Bei NS gibt es keine unsichtbaren Residents. Wer dort ist, wird gesehen - bei den Mahlzeiten, beim Training, bei den Speaker Sessions. Das ist gut, wenn du Feedback auf deine Arbeit suchst, wenn du potenzielle Kunden oder Co-Founder kennenlernen willst, und wenn du bereit bist, offen über das zu reden, woran du arbeitest.
Ich habe in meiner Zeit dort mehr nützliches Feedback auf meine Arbeit bekommen als in zwei Jahren vor dem Bildschirm. Nicht weil die Leute besonders höflich waren, sondern weil sie selbst Gründer und Builder waren - und direkt sagten, was funktioniert und was nicht.
Wenn du hingegen jemand bist, der in Ruhe schreiben, tüfteln oder denken will und möglichst wenig soziale Erwartungen verwalten möchte, ist NS die falsche Umgebung. Ein stilles Apartment in Lissabon oder Athen kostet deutlich weniger und gibt dir mehr Kontrolle über deinen Tagesrhythmus.
Du profitierst von Zufallsbegegnungen mit Gründern und Investoren
Das ist das Argument, das ich am schwersten quantifizieren kann, das ich aber am stärksten erlebt habe.
NS zieht aktiv Gründer in der frühen Phase, Angel-Investoren und Technical Co-Founder an. Wenn du neben jemandem trainierst, der gerade eine Series-A-Runde abgeschlossen hat und einen erfahrenen Designer sucht, und der dich schon drei Wochen lang täglich erlebt hat - dann hast du ein Vertrauensfundament, das keine Kaltakquise-E-Mail dir je gibt.
Diese Zufallsbegegnungen passieren täglich. Du frühstückst, und das Gespräch nebenan dreht sich um einen Tech-Stack, den du kennst. Du gehst zum Training, und der Typ auf dem Nachbargerät baut gerade ein SaaS-Tool, für das er ein Interface braucht. Das klingt nach Glück. Aber in einer Community von 400+ Menschen aus 80+ Ländern, alle mit Absicht dort, ist es System.
An der Network School habe ich genau das selbst erlebt - ein Gespräch beim Mittagessen, das sich drei Wochen später in einen Auftrag verwandelt hat.
Du planst mindestens 1-3 Monate
Ein Monat reicht, um ein Gefühl zu bekommen. Aber der echte Wert von NS - die tiefen Verbindungen, die Projekte aus dem Earn-Programm, die Kunden, die zu echten Kunden werden - entsteht über Zeit. Wer nach zwei Wochen wieder abreist, hat das Gym und die Meals mitgenommen, aber die Netzwerk-Dividende noch nicht eingelöst.
Forschung zu sozialen Netzwerken zeigt: Starke, produktive Bindungen entstehen durch wiederholten, ungezwungenen Kontakt über Zeit. Das braucht Wochen, nicht Tage. Drei Monate sind eine andere Erfahrung als drei Wochen.
Für wen NS wahrscheinlich nicht das Richtige ist - ehrlich
Das ist der Abschnitt, den die meisten NS-Promoter weglassen. Ich schreibe ihn trotzdem.
Du brauchst absolute Stille und feste Tagesstrukturen
NS ist eine energiereiche Umgebung. Überall Menschen, ständig Events, immer die Option, das nächste Gespräch zu führen. Für manche ist das ein Feature. Für andere, die tiefe Fokusarbeit brauchen - längere Code-Sprints, lange Schreibphasen, intensive Analysearbeit - kann das zur Belastung werden.
Du kannst bei NS auch einfach an deinem Desk sitzen und nicht am Programm teilnehmen. Aber wenn du dafür 1.500 bis 3.000 Dollar pro Monat bezahlst, spürst du den sozialen Druck, "dabei zu sein". Das Kosten-Nutzen-Verhältnis stimmt nur, wenn du die Community aktiv nutzt.
Du erwartest ein fertig strukturiertes Bildungsprogramm
NS ist kein Bootcamp. Es gibt keine Kurse mit Prüfungen und Zertifikaten. Keine Mentoren, die dir einen persönlichen Lernpfad zusammenstellen. Die Talks sind gut, aber nicht auf deine spezifische Situation zugeschnitten.
Wenn du ein klares Lernziel hast - "ich will innerhalb von drei Monaten Python lernen" oder "ich will meinen UX-Prozess systematisch verbessern" - gibt es strukturiertere und günstigere Wege dorthin. NS ist für strukturiertes Lernen nur dann richtig, wenn du lernst, indem du mit anderen zusammenarbeitest, echte Projekte umsetzt und Feedback von Praktikern bekommst. Nicht durch Curricula.
Du willst Urlaub mit optionaler Arbeit
Das klingt hart, aber ich sage es trotzdem: Wer bei NS ist und innerlich auf Urlaub steht, hat das Produkt missverstanden. Klar kannst du nachmittags ans Wasser und hast abends noch Zeit für ein Drink. Aber das Morning Burn um 6 Uhr, die Speaker Sessions am Abend, die Community-Erwartungen dazwischen - das ist kein Wellnessprogramm.
Für Urlaub mit Laptop gibt es bessere Alternativen, die auch billiger sind.
Du hast noch kein eigenes Projekt
Das ist der Fall, über den ich am häufigsten nachgedacht habe. Darf man zu NS gehen, wenn man noch nicht weiß, was man aufbauen will?
Man kann. Aber man sollte wissen, dass man damit einen strategischen Nachteil mitbringt. Die wertvollsten Gespräche bei NS entstehen, wenn du klar kommunizieren kannst, woran du arbeitest und wofür du Hilfe suchst. Wer das nicht kann, bekommt weniger aus dem Earn-Programm, weniger aus den Netzwerkeffekten, weniger aus den Talks.
Wenn du gerade noch orientiert bist, gibt es vielleicht sinnvollere erste Schritte: Nische finden, erste Kunden, erste Projekte. Und dann NS, wenn du etwas hast, das du in dieser Umgebung skalieren willst.
Der Kostencheck - wann rechnet sich NS finanziell?
Lass uns die Zahlen ansehen.
Was inkludiert ist vs. was du zusätzlich brauchst
NS Basic kostet 1.500 Dollar pro Monat. Dafür bekommst du: Unterkunft (Shared), drei Mahlzeiten täglich, Gym mit Fitnesskursen, Coworking-Space, alle Community-Events, Wäscheservice und eine lokale SIM-Karte.
NS Pro kostet 3.000 Dollar pro Monat und gibt dir ein Einzelzimmer.
Was nicht drin ist: Flüge, Visum, Freizeitaktivitäten außerhalb des Campus, Krankenversicherung. Für Letztere nutze ich SafetyWing Nomad Insurance, rund 45-50 Dollar pro Monat für weltweiten Schutz. In Malaysia galt das EHIC nicht, und in Kasachstan wird das genauso sein.
Was du de facto einsparst: Wohnung, Strom, Internet, Fitnessstudio-Mitgliedschaft, Lebensmittelkosten, Coworking-Pass. In Deutschland laufen diese Posten schnell auf 1.800 bis 2.500 Euro im Monat. Wenn du deine deutsche Wohnung während deiner NS-Zeit untervermietest oder aufgibst, verbessert sich die Kalkulation erheblich.
Break-even: ein guter Kontakt, ein Projekt, eine neue Fertigkeit
Wie rechnet sich NS wirklich? Meine Antwort ist pragmatisch.
Ein Auftrag, der direkt aus einem NS-Kontakt entstanden ist, hat bei mir die gesamten Kosten für meinen Aufenthalt mehr als gedeckt. Das ist kein Versprechen - aber kein Einzelfall entweder. Wer bei NS mit einem klaren Skill-Profil und einem konkreten Projekt ankommt, kommuniziert was er macht, und die Community aktiv nutzt, hat eine reale Chance, den Aufenthalt über Projekte und Kunden zumindest teilweise zu refinanzieren.
Das Earn-Programm hilft dabei direkt: Bounties zwischen 100 und 1.000 Dollar pro Aufgabe, täglich neue Projekte. Das ist kein stabiles Freelancer-Einkommen als Ersatz. Aber als Ergänzung - und als Türöffner zu Projekten, die darüber hinausgehen - funktioniert es.
Mehr zu den konkreten Zahlen findest du im Kostenvergleich zu NS.
Die häufigsten Missverständnisse über NS - auch nach dem Kasachstan-Pivot
"NS ist eine Sekte." Das höre ich regelmäßig. Es stimmt nicht. Es gibt eine klare Ideologie - technischer Optimismus, Network State-Gedanke - aber niemand wird gedrängt, irgendetwas zu glauben. Die Community ist divers genug, dass Balajis Weltbild keine Voraussetzung für einen guten Aufenthalt ist. Was der Network State-Gedanke überhaupt bedeutet, erkläre ich im Post zur Philosophie hinter NS.
"NS ist ein Startup-Accelerator." Nein. Es gibt keine Equity-Deals, keine Demo Days, kein Investment-Komitee. NS gibt dir das Umfeld - die Menschen und die Infrastruktur. Ob du daraus ein Startup machst, bleibt dir überlassen. NS ist kein YC mit Gym.
"Nach dem Malaysia-Rauswurf ist NS vorbei." Das glaube ich nicht. Die Reaktion auf die Schließung, das Kasachstan-MoU innerhalb von Stunden, zeigt, dass Balaji das als moving experiment konzipiert hat, nicht als fixen Campus. Kasachstan ist interessant: Ein Land, das aktiv KI-Talent importieren will, mit vereinfachten Visa und staatlicher Unterstützung. Das klingt nach einem anderen, aber nicht schlechteren Kontext.
Was sich ändert, ist der Zeitplan. Wer konkret plant, NS zu besuchen, muss gerade warten, bis ein neuer Campus-Standort bestätigt ist. Das kann Wochen dauern, möglicherweise länger. Den aktuellen Stand halte ich im Kasachstan-Post aktuell.
"NS ist nur etwas für Krypto-Menschen." Das stimmt für 2026 nicht mehr. Die Community hat sich deutlich diversifiziert - Designer, AI-Researcher, Content Creators, Coaches, UX-Freelancer wie ich. Das Krypto-Earn-System ist real, aber die Menschen, die ich getroffen habe, kamen aus allen möglichen Hintergründen.
"Das ist ein teures Urlaubs-Coliving." Das stimmt teilweise für diejenigen, die es so nutzen. Aber das sind dann die Menschen, die rausgehen und sagen, sie haben für das Geld wenig bekommen. Der Preis ist gerechtfertigt für die, die die Community aktiv nutzen und ein konkretes Ziel mitbringen. Mehr dazu im Vergleich mit anderen Coliving-Communities.
Mein persönliches Fazit
Ich bekomme die Frage "Lohnt sich NS für mich?" inzwischen so oft, dass ich diesen Post schreiben musste.
Meine ehrliche Antwort: Es kommt darauf an.
Wenn du ein klares Ziel mitbringst, bereit bist, früh aufzustehen und in einem aktiven Umfeld zu arbeiten, offen kommunizierst was du machst und brauchst, und mindestens ein bis drei Monate bleibst - dann ist NS eine der dichtesten und produktivsten Erfahrungen, die du als Freelancer oder Gründer machen kannst. Ich sage das nicht für eine Provision. Ich sage das, weil ich nach meiner Zeit dort konkrete Kunden, konkrete Projekte und ein Netzwerk hatte, das bis heute aktiv ist.
Wenn du hingegen Ruhe, einen klaren Lehrplan und eine vorhersehbare Tagesstruktur suchst, oder wenn du noch keine Richtung hast - dann gibt es bessere Alternativen für weniger Geld.
Die Kasachstan-Situation macht den Zeitpunkt gerade ungewiss. Aber die eigentliche Frage, ob NS das Richtige für dich ist, hängt nicht vom Campus-Standort ab. Die Community ist das Produkt, nicht der Ort.
Wenn du glaubst, dass du in das Profil passt, schau dir die Erfahrungsberichte anderer Residents an und informier dich über den aktuellen Stand im Kasachstan-Post. Und wenn du bereit bist: Bewirb dich hier und spare 25%.
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