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Workation Madeira 2026: Kosten, Coworking in Funchal und was du vorher wissen solltest

Workation Madeira 2026: Echte Kosten, beste Coworking Spaces in Funchal, Visa-Regeln für deutsche Freelancer und welcher Teil der Insel wirklich passt.

16. Juli 2026 · 15 Min. Lesezeit

Workation Madeira 2026: Kosten, Coworking in Funchal und was du vorher wissen solltest

Mitte November, 22 Grad, Sonne. Ich saß auf der Terrasse eines Coworking Spaces in Funchal, schaute auf den Atlantik und hatte gerade mein zweites Kundengespräch des Tages abgeschlossen. Zurück in Hamburg wäre es acht Grad und nass gewesen. Das war mein erster Monat auf Madeira, und ich verstand sofort, warum so viele Freelancer die Insel immer wieder auf ihre Liste setzen.

Madeira ist nicht neu. Das Digital Nomad Village in Ponta do Sol gibt es seit 2021. Aber in der Zwischenzeit hat sich viel verändert: mehr Coworking Spaces, bessere Anbindung, reifere Community. Und die Preise sind überschaubar geblieben, auch wenn die Insel deutlich bekannter geworden ist.

In diesem Post zeige ich dir, was eine Workation auf Madeira 2026 wirklich kostet, welche Coworking Spaces in Funchal taugen und was du steuerrechtlich als deutscher Freelancer wissen musst.

Warum Madeira 2026 eine der besten Ganzjahres-Workation-Destinationen in Europa ist

Die meisten Workation-Destinationen haben einen Haken: Sie sind saisonal. Mallorca im August ist überfüllt und teuer. Kroatien im Oktober schließt die Hälfte der Restaurants. Lissabon im Sommer ist heiß und voll. Madeira hat dieses Problem nicht.

Der entscheidende Vorteil gegenüber Spanien oder Kroatien: 18-24°C das ganze Jahr, kein saisonales Timing

Die Durchschnittstemperaturen auf Madeira liegen das ganze Jahr zwischen 18 und 24 Grad Celsius. Das liegt an der geografischen Lage im Atlantik und dem Golfstrom. Selbst im Januar ist es selten kälter als 16 Grad. Das bedeutet: Du kannst im Oktober fahren, wenn alle anderen aus Kroatien zurück sind, und triffst auf günstigere Mieten, weniger Touristen und trotzdem angenehmes Wetter.

Das ist der größte strukturelle Vorteil der Insel. Du brauchst kein perfektes Timing.

Gleiche Zeitzone wie Deutschland im Winter, nur 1 Stunde Unterschied im Sommer

Madeira liegt in der Zeitzone WET (Western European Time, UTC+0). Im Winter ist das identisch mit CET - also kein Zeitzonenunterschied zu Deutschland. Im Sommer wechselt Madeira auf WEST (UTC+1), während Deutschland auf CEST (UTC+2) wechselt, also nur eine Stunde Unterschied.

Das klingt nach einem Detail, macht aber in der Praxis einen enormen Unterschied. Kundenanrufe um 10 Uhr morgens? Kein Problem. Du arbeitest praktisch im selben Rhythmus wie zuhause.

Was sich seit dem Digital Nomad Village 2021 verändert hat - und was besser geworden ist

2021 hat die madeirensische Regionalregierung die Initiative "Digital Nomads Madeira Islands" gestartet. Ponta do Sol wurde als Nomad Village aufgebaut, mit Coworking im Kulturzentrum und organisierten Community-Events. Das Konzept hat international Aufmerksamkeit bekommen, vielleicht sogar zu viel: Ponta do Sol gehört inzwischen zu den teuersten Immobilienstandorten auf der Insel.

Was sich seit 2021 verbessert hat: Die Community ist gewachsen und hat sich über die ganze Insel verteilt. Neben Ponta do Sol gibt es jetzt aktive Nomad-Communities in Funchal, Machico, Santa Cruz und Jardim do Mar. Die Madeira Friends Organisation koordiniert Events, Slack-Channels und WhatsApp-Gruppen. Du musst nicht mehr in ein abgelegenes Dorf ziehen, um Anschluss zu finden.

Und die Coworking-Infrastruktur in Funchal hat sich erheblich verbessert. Vor 2021 gab es kaum Optionen. Heute hat du drei bis vier ernstzunehmende Spaces zur Auswahl.

Direktflüge aus Deutschland: Frankfurt, München, Hamburg, Berlin - alles möglich

Die Anbindung ist gut. Condor fliegt ab Frankfurt (ca. 4:15 Stunden Flugzeit) und München (ca. 4:20 Stunden) mit bis zu viermal wöchentlich nach Funchal. Ab Berlin bietet easyJet zweimal wöchentlich Direktflüge an (ca. 4:40 Stunden). Lufthansa verbindet ebenfalls Frankfurt und München mit Funchal.

Für einen Monatsaufenthalt kannst du bei Frühbuchen mit 150-300 Euro für Hin- und Rückflug rechnen. Das ist deutlich günstiger als Langstreckendestinationen und kürzer als viele andere europäische Flüge in ähnlicher Entfernung.

Visa und Aufenthaltsrecht: Was deutsche Freelancer wissen müssen

Das ist oft der erste Punkt, der Freelancer verunsichert. Spoiler: Als EU-Bürger ist der bürokratische Aufwand für kürzere Aufenthalte minimal.

EU-Bürger auf Madeira: Kein Visum, keine Einkommensgrenze, kein Papierkram

Portugal ist EU-Mitglied. Als deutscher Staatsbürger kannst du ohne Visum, ohne Einkommensnachweis und ohne irgendeine Anmeldepflicht nach Madeira reisen und dort arbeiten. Du buchst eine Wohnung oder ein Coliving, fliegst hin und arbeitest. Das war es.

Das gilt für Aufenthalte unter 90 Tagen sowieso, aber auch für längere Aufenthalte - als EU-Bürger hast du das Recht auf Aufenthalt in Portugal ohne besonderes Verfahren. Du könntest dich als EU-Bürger in Portugal anmelden, wenn du länger bleibst, aber das ist keine Pflicht für kurze Workations.

Unter 183 Tagen: Deutsches Steuerrecht bleibt zuständig

Für die meisten Workation-Reisenden ist das die relevante Situation. Wenn du weniger als 183 Tage pro Kalenderjahr in Portugal verbringst und deinen Wohnsitz weiterhin in Deutschland hast, ändert sich steuerrechtlich nichts. Du bleibst in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig, versteuerst dein Einkommen wie bisher und kannst deine Workation-Kosten unter Umständen als Betriebsausgaben geltend machen.

Wichtig: Mehr zu den steuerlichen Rahmenbedingungen für Workations findest du in meinem Artikel über Workations rechtlich absichern 2026 - dort gehe ich auf die Details zur A1-Bescheinigung, Betriebsstättenrisiko und Co. ein.

Über 183 Tage: Was das für deine Steuerpflicht in Deutschland und Portugal bedeutet

Wenn du länger als 183 Tage auf Madeira (oder in Portugal insgesamt) verbringst, wirst du in Portugal steuerrechtlich ansässig. Deutschland und Portugal haben ein Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) abgeschlossen, das eine doppelte Besteuerung vermeiden soll. Aber: Du verlierst nicht automatisch die deutsche Steuerpflicht, wenn du deinen deutschen Wohnsitz nicht aufgibst. Das Thema Wegzug aus Deutschland ist komplex, vor allem wegen der möglichen Wegzugsteuer nach §6 AStG.

Wer ernsthaft über einen längeren Aufenthalt oder sogar eine Verlagerung des Lebensmittelpunkts nachdenkt, sollte sich vorher mit einem Steuerberater zusammensetzen, der auf internationale Sachverhalte spezialisiert ist. Das ist kein Thema für Hobbyrecherche.

IFICI (NHR-Nachfolger seit 2024): Warum er für die meisten deutschen Freelancer nicht greift

Das ehemalige NHR-Programm (Non-Habitual Resident) wurde zum 31.12.2024 beendet. Der Nachfolger heißt IFICI (Incentivo Fiscal à Investigação Científica e Inovação). Das klingt verlockend: 20% Flat Tax auf portugiesische Einkünfte für zehn Jahre.

Aber der Teufel steckt im Detail. IFICI richtet sich an Personen in Forschung, Innovation und bestimmten IT-Bereichen - mit konkreten Qualifikationsanforderungen. Ein selbstständiger UX-Designer oder Content-Freelancer ohne portugiesischen Arbeitsvertrag und relevanten akademischen Abschluss wird die Kriterien in der Regel nicht erfüllen. In meinem ausführlichen Artikel zu Portugal Auswandern und Steuern 2026 habe ich das im Detail aufgeschlüsselt - inklusive der konkreten Situationen, in denen IFICI greift und wann nicht.

Kurz gesagt: Für eine Workation von ein paar Wochen oder sogar drei Monaten ist das alles irrelevant. Für eine echte Verlagerung des Lebensmittelpunkts braucht es mehr Recherche und einen spezialisierten Berater.

Was kostet Madeira wirklich? (Ehrliche Zahlen für 2026)

Ich mag keine Artikel, die schreiben "Madeira ist supergünstig!" ohne konkrete Zahlen zu nennen. Also hier die tatsächlichen Preise, die ich recherchiert habe und selbst erlebt habe.

Wohnen in Funchal: 600-900 EUR/Monat für eine 1-Zimmer-Wohnung

Eine möblierte 1-Zimmer-Wohnung (T1) in guter Lage in Funchal kostet 2026 zwischen 650 und 900 Euro pro Monat. Günstigere Optionen unter 600 Euro gibt es, aber dann meistens in Randlagen oder in schlechtem Zustand.

Für Kurzaufenthalte unter vier Wochen sind Airbnb und Booking.com oft teurer als Langzeitmieten. Wer einen Monat oder länger bleibt, sollte auf Idealista oder lokalen Facebook-Gruppen nach Langzeitmieten suchen. Das Preisniveau liegt damit unter Lissabon (800-1.200 Euro für ein T1), aber über dem der kleineren Städte in Ostportugal.

Coworking: 15-25 EUR/Tag, 120-280 EUR/Monat Hot Desk, 250-500 EUR/Monat Dedicated Desk

Das sind die realistischen Preisbandbreiten für Coworking auf Madeira 2026:

OptionPreis
Tagespass15-25 EUR
Wochenpass65-100 EUR
Hot Desk Monat100-200 EUR
Dedicated Desk Monat200-350 EUR
Private Office Monatab 400 EUR

Sangha Cowork ist dabei die teuerste Option, Cowork Funchal die günstigste. Mehr dazu im nächsten Abschnitt.

Realistisches Gesamtbudget: 1.200-1.800 EUR/Monat bei mittlerem Standard

Wenn ich die typischen Ausgaben zusammenrechne, komme ich auf folgende Kategorien:

  • Wohnen: 650-900 EUR (1-Zimmer, möbliert)
  • Coworking: 100-200 EUR (Hot Desk Monatspass)
  • Lebensmittel und Essen gehen: 250-400 EUR
  • Transport, Freizeitaktivitäten, sonstiges: 150-300 EUR

Macht insgesamt rund 1.200 bis 1.800 Euro pro Monat, ohne Flug. Das ist für eine westeuropäische Insel mit funktionierender Infrastruktur und angenehmem Klima ein guter Deal. Zum Vergleich: Lissabon liegt etwa 20-30% höher, Kroatien in ähnlicher Range, Bali günstiger, aber mit mehr Aufwand bei Visum und Zeitzone.

Coliving-Pakete (Zimmer plus Coworking, inklusive Nebenkosten) starten ab etwa 1.000 Euro pro Monat für ein Zimmer im Coliving außerhalb der Stadt, und liegen bei bis zu 1.500-2.000 Euro für All-Inclusive-Pakete mit privatem Zimmer in Funchal-Nähe.

Die besten Coworking Spaces in Funchal

Ich gehe die drei wichtigsten durch, die ich aus eigener Erfahrung und von Freunden aus der Community kenne.

Sangha Cowork: Der professionellste und größte Space - aber auch der teuerste

Sangha ist der Flaggschiff-Coworking-Space auf Madeira. Das Space liegt in Funchal und bietet nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch Restaurant, Bar, Pool und Gym. Das klingt nach Resort, fühlt sich aber tatsächlich professionell an - gute Internetverbindung, komfortable Arbeitsplätze, Meetingräume.

Die Preise (Stand 2026): Tagespass 15-25 Euro, Wochenpass um die 70 Euro, Hot Desk Monatspass ab 150 Euro, Dedicated Desk ab 200 Euro. Für Freelancer, die mehr als zwei Wochen bleiben, ist der Monatspass klarer Gewinner.

Der Nachteil: Es ist etwas außerhalb des Zentrums und definitiv der teuerste Space der Insel. Wenn dir Pool und Gym egal sind und du nur einen ruhigen Platz mit gutem Internet willst, gibt es günstigere Optionen.

Cowork Funchal: Multi-Floor, Outdoor-Bereich für Calls, zentrale Lage

Cowork Funchal ist die günstigere und zentraler gelegene Alternative. Hot Desk Monat ab etwa 100 Euro, Dedicated Desk ab 130 Euro. Der Space hat mehrere Etagen, einen Außenbereich, der sich gut für Telefonkonferenzen eignet, und eine entspannte Atmosphäre.

Von den Freelancern, die ich auf Madeira kennengelernt habe, war Cowork Funchal für viele die erste Wahl, einfach weil die Kombination aus Preis, Lage und Atmosphäre stimmt. Kein Luxus, aber alles was man braucht.

Madeira Friends Hub: Gemeinnützig, Community-Events, gut für Networking

Madeira Friends ist technisch gesehen mehr als ein Coworking Space - es ist eine Non-Profit-Organisation, die die digitale Nomaden- und Expat-Community auf der Insel zusammenbringt. Der Hub in Funchal ist der physische Treffpunkt.

Was das besonders macht: Die Community-Events. Wöchentliche Lunches, Wanderungen, Mastermind-Runden, Kreativ-Workshops - alles über Slack und WhatsApp koordiniert. Für Freelancer, die auf Madeira Anschluss finden wollen, ist das der beste Einstieg.

Die Preise für den Coworking-Bereich sind vergleichbar mit Cowork Funchal. Der Mehrwert liegt im Netzwerk. Wenn du eh nur einen Monat bist und sonst kaum Anknüpfungspunkte hast, würde ich hier anfangen.

Coliving Optionen auf Madeira

Wer nicht selbst eine Wohnung suchen und einrichten will, kann auf Coliving-Angebote zurückgreifen. Die Auswahl ist kleiner als in Lissabon, aber für die Inselgröße durchaus solide.

Homeoffice Madeira: Das erste und bekannteste Coliving auf der Insel

Homeoffice Madeira ist eine Villa in Santo da Serra, einem hügeligen Bereich etwas außerhalb von Funchal. Sieben Zimmer, vier Bäder, ein riesiger Garten von 5.000 Quadratmetern, 350 Mbit/s WLAN. Der Fokus liegt klar auf Community: Bootausflüge, Wanderungen, gemeinsame Grillabende sind Teil des Konzepts.

Preismäßig bewegen sich die Pakete (Zimmer plus Coworking) im Bereich von 35 Euro pro Nacht aufwärts. Für einen Monat ergibt das über 1.000 Euro nur für die Unterkunft - plus etwaige Coworking-Kosten, die in manchen Paketen inkludiert sind. Wer Community priorisiert und keinen Nerv auf Wohnungssuche hat, ist hier gut aufgehoben. Wer hauptsächlich günstig wohnen will, fährt mit einer eigenen Wohnung in Funchal billiger.

Coliving Santana: Für Natur-Liebhaber außerhalb der Stadt

Santana liegt im Norden der Insel, bekannt für die charakteristischen Reetdachhäuser und die grüne Berglandschaft. Das Coliving dort, Coliving Santana, richtet sich an Leute, die bewusst aus dem städtischen Trubel raus wollen und denen die Nähe zur Natur wichtiger ist als Stadtnähe.

Der Kompromiss: Du bist weiter weg von Funchal und seinen Coworking Spaces, Restaurants und Infrastruktur. Für Meetings in der Stadt oder abendliche Aktivitäten brauchst du ein Auto. Wer das in Kauf nimmt und wirklich Ruhe und Natur sucht, wird das Coliving in Santana schätzen.

Was All-Inclusive-Workation-Pakete kosten und wann sie sich lohnen

Es gibt auf Madeira Pakete, die Zimmer, Coworking und manchmal sogar Mahlzeiten kombinieren. Preise liegen je nach Anbieter zwischen 1.200 und 2.000 Euro pro Monat.

Für wen lohnt sich das? Für Leute, die zum ersten Mal eine Workation machen und nicht den Overhead der Wohnungssuche, Strom-, Internet- und Lebensmitteleinkäufen wollen. Und für Kurzaufenthalte unter vier Wochen, wo der administrative Aufwand einer eigenen Wohnung unverhältnismäßig wäre.

Für Aufenthalte über sechs Wochen ist eine eigene 1-Zimmer-Wohnung in Funchal in der Regel günstiger und komfortabler.

Passend dazu: Einen ausführlichen Überblick, wie du Workation-Destinationen generell vergleichst, findest du im Post über Workation neue Regeln 2026.

Internet, Infrastruktur und was in der Praxis wirklich funktioniert

Madeira hat eine gute Internetinfrastruktur. In Funchal ist Glasfaser weit verbreitet, und die meisten Coworking Spaces bieten Verbindungen von 100 bis 500 Mbit/s an. Sangha Cowork wirbt mit besonders stabilen Leitungen, was ich für Videocalls und großes Datei-Uploads als relevant erachte.

Glasfaser-Internet in Funchal: Was du in Coworking Spaces erwarten kannst

In den professionellen Coworking Spaces kannst du von 100 bis 500 Mbit/s ausgehen - symmetrisch, also Upload und Download. Das ist für die meisten Freelancer mehr als genug. Problematisch wird es nur, wenn du sehr große Videodateien überträgst oder live streamst, und selbst da ist Madeira in der Regel kein Problem.

In Wohnungen hängt die Verbindung vom Anbieter und der Lage ab. Wer eine Wohnung mietet, sollte explizit nach der Internetgeschwindigkeit fragen oder einen Coworking-Monatspass dazu buchen - das ist die sichere Kombination.

eSIM oder lokale SIM: Was für einen Kurzaufenthalt sinnvoll ist

Für einen Aufenthalt unter vier Wochen ist eine eSIM die unkomplizierteste Lösung. Anbieter wie Holafly bieten Portugal-eSIMs an, die auch auf Madeira funktionieren - unbegrenzte Daten für 7 oder 15 Tage, Aktivierung vor dem Abflug per App.

Wer länger bleibt oder mehr Kontrolle über seine Verbindung will, kann sich am Flughafen oder in einem der Handyläden in Funchal eine lokale SIM bei NOS oder MEO kaufen. Prepaid-Pakete mit 10-20 GB starten unter 15 Euro.

Für öffentliche WLANs gilt das, was überall gilt: Für Kundengespräche und sensible Dateiübertragungen lieber den Coworking-Space oder einen VPN nutzen.

Welcher Teil der Insel passt zu dir?

Madeira ist kleiner als man denkt - etwa 57 mal 22 Kilometer - aber die verschiedenen Teile haben unterschiedliche Charaktere. Hier ist meine ehrliche Einschätzung.

Funchal: Die praktischste Wahl für Freelancer

Funchal ist die Inselhauptstadt und mit Abstand die komfortabelste Option für arbeitende Freelancer. Alle ernstzunehmenden Coworking Spaces sind hier. Die meisten Restaurants, Supermärkte, Ärzte, Banken und Infrastruktur ebenfalls.

Wenn du das erste Mal auf Madeira bist oder nicht weißt, was dich erwartet, fang mit Funchal an. Du kannst von dort aus Tagesausflüge in andere Teile der Insel machen, ohne deinen Arbeitsrhythmus zu unterbrechen.

Ponta do Sol: Das Original Digital Nomad Village

Ponta do Sol ist ein kleines Küstendorf etwa 30 Minuten westlich von Funchal. Das Digital Nomad Village gibt es seit 2021, und der Coworking Space im John dos Passos Kulturzentrum ist gut ausgestattet - Glasfaser, vernünftige Arbeitsplätze, Meetingräume.

Was Ponta do Sol bietet: eine intensivere Community-Erfahrung als Funchal, weil alle Nomaden auf engem Raum zusammenkommen. Was es nicht bietet: die Restaurantauswahl und urbane Infrastruktur von Funchal. Außerdem sind die Immobilienpreise gestiegen, seit das Dorf international bekannt geworden ist.

Meine Einschätzung: Ponta do Sol lohnt sich für Leute, die das Dorfleben und intensive Vernetzung suchen. Für produktives Arbeiten über mehrere Monate ist Funchal angenehmer.

Nordküste und Santana: Nur für Abenteurer mit stabilem mobilen Internet

Die Nordküste Madeiras ist spektakulär - Laurisilva-Wald, dramatische Klippen, grüne Täler. Für eine Workation ist sie nur dann sinnvoll, wenn du bewusst Isolation suchst, ein Auto hast und dir mobiles Internet reicht.

In Santana und anderen Nordküstendörfern gibt es keine ernstzunehmende Coworking-Infrastruktur. Wer dort arbeiten will, ist auf die eigene Internetverbindung angewiesen. Das kann klappen - kann aber auch bei einem wichtigen Kundencall im falschen Moment wegbrechen. Für mich persönlich wäre das nach einer Woche zu stressig.

Krankenversicherung und Absicherung auf Madeira

Ein Punkt, den viele beim Planen vergessen: Was passiert, wenn du krank wirst?

Als gesetzlich Versicherter in Deutschland bist du über die EHIC (Europäische Krankenversicherungskarte) in Portugal abgedeckt - auch auf Madeira, das portugiesisches Territorium ist. Die Karte deckt medizinisch notwendige Behandlungen im öffentlichen System ab.

Wer privat versichert ist oder als Freelancer in einer privaten Krankenkasse, sollte prüfen, ob der Auslandsschutz Portugals abdeckt. Für längere Aufenthalte nutze ich [SafetyWing Nomad Insurance][SAFETYWING_AFFILIATE_LINK] als ergänzenden Schutz. Die Policen sind günstiger als klassische Reisekrankenversicherungen und decken auch Rücktransport und Unfälle ab. Einen direkten Vergleich mit Genki findest du in meinem Artikel zu SafetyWing vs. Genki.

Für internationale Überweisungen und den Zugriff auf dein deutsches Konto ohne hohe Gebühren empfehle ich [Wise][WISE_AFFILIATE_LINK]. In Funchal gibt es zahlreiche Bankautomaten, aber Gebühren für Fremdwährungsabhebungen können sich schnell summieren. Wise-Karte direkt am Geldautomaten nutzen spart auf einem mehrwöchigen Aufenthalt leicht 20-40 Euro.

Lohnt sich Madeira wirklich?

Nach allem, was ich erlebt und recherchiert habe: Ja. Madeira funktioniert, weil es keine komplizierten Trades gibt.

Du fliegst 4 Stunden. Du landest in einem EU-Land ohne Visa-Stress. Die Zeitzone ist praktisch identisch mit Deutschland. Die Infrastruktur ist solide. Die Preise sind günstiger als in deutschen Großstädten. Und das Klima macht es zu einer echten Ganzjahresoption.

Was Madeira nicht ist: supergünstig wie Chiang Mai oder Bali. Es ist europäisch günstig. Wer maximale Kostenoptimierung sucht, schaut nach Südostasien. Wer europäische Infrastruktur, EU-Rechtssicherheit und keine Zeitzonenkomplikationen will und trotzdem aus dem grauen Dezember in Deutschland raus will, ist auf Madeira richtig.

An der Network School kommen Empfehlungen für Workation-Destinationen immer wieder von Residents, die schon überall gearbeitet haben. Madeira steht auf dieser Liste fast immer, wegen der Kombination aus europäischer Infrastruktur, günstigen Kosten und dem ganzjährigen Klima. Wer dabei sein will und sich fragt, wie das bei Network School konkret aussieht, kann sich hier bewerben und 25% sparen.

Falls du noch Fragen zur rechtlichen Absicherung deiner Workation hast, lies am besten meinen Artikel zu Coliving in Lissabon - viele der Regeln gelten für das gesamte portugiesische Staatsgebiet und damit auch für Madeira.


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